Die Personalnot in den stark von Corona betroffenen Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt Am Rasen, in der Johann-Brenk-Straße sowie bei "Pro Seniore" in Wirsberg ist groß: weil nicht nur Bewohner, sondern auch etliche Beschäftige mit dem Virus infiziert sind, zudem Mitarbeiter, die als Kontaktpersonen gelten, sich in Quarantäne begeben mussten.

Ein dickes Lob vom Landrat

Weil die übrig gebliebene Belegschaft seit Wochen am Limit arbeitet, hatte der Landkreis Kulmbach an alle Heimträger in der Region appelliert, Kräfte für den Einsatz in den betroffenen Häusern abzustellen. Mit Erfolg: Wie Landrat Klaus Peter Söllner (FW) gestern mitteilte, hat die Diakonie drei Fachkräfte zur Verfügung gestellt, die Caritas in Stadtsteinach sowie das BRK je eine ausgebildete Kraft. Das sei sehr lobenswert in einer Zeit, in der jeder Träger selbst mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen habe.

Freiwillige gesucht

Zudem hatte der Landkreis zum Jahreswechsel einen Aufruf an Freiwillige gestartet, die sich zur Entlastung der Mitarbeiter melden sollen. Nicht nur Pflegekräfte werden da gesucht, auch Menschen, die in der Küche helfen, Botengänge oder auch Besorgungen in der Apotheke übernehmen können.

Der Aufruf ist auf große Resonanz gestoßen: Bei der Einsatzgruppe Katastrophenschutz haben sich sieben Fachkräfte gemeldet, die auch schon an die betroffenen Heime vermittelt worden sind, wie Maximilian Türk mitteilt, der Pflegekoordinator des BRK-Kreisverbands ist.

Vereine werden kontaktiert

Bei der Stadt Kulmbach haben sich zudem 40 Freiwillige aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen gemeldet, die Hilfe leisten wollen. "Vom Koch bis zum Friseur", sagt Bürgermeister Frank Wilzok (CSU), der wie Landrat Klaus Peter Söllner von einer überwältigenden Hilfsbereitschaft spricht. "Wir bedanken uns bei allen, die sich zur Verfügung stellen wollen", sagt Wilzok, der davon überzeugt ist, dass Helfer nicht nur in den jetzt betroffenen Heimen, sondern auch in den kommenden Wochen noch in vielen Bereichen vonnöten sein werden. Um eine noch stärkere Schar an Freiwilligen zu rekrutieren, wird die Stadt Kulmbach seinen Worten zufolge deshalb in den nächsten Tagen auch noch alle größeren Vereine kontaktieren.

Hier wird eingeteilt

Die städtische Mitarbeiterin Vanessa Gramlich hatte gestern alle Hände voll zu tun, um eine Liste der Freiwilligen zu erstellen, die an die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt weitergeleitet wurde. Denn dort wird in Absprache mit den Pflege- und Seniorenheimen der mögliche Einsatz der Helfer abgeklärt, wie Koordinator Maximilian Türk erläutert.

Bitte: Möglichst keine Besuche

Angesichts der prekären Lage bittet Oliver Hempfling, der Leiter des Corona-Krisenstabs am Landratsamt alle Angehörigen, von Besuchen in den Heimen wenn möglich derzeit abzusehen. Weil die Gefahr einer Ansteckung nicht ausgeschlossen werden könne, aber vor allem auch, weil die Besuche in einer Zeit, in der große Personalnot herrsche, zusätzliche Mitarbeiter der Träger binden würden.