150 normale Betten bleiben leer
Dass das so ist, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass in Kulmbach bereits seit 10. November praktiziert wird, was ab Mittwoch für alle Schwerpunktkrankenhäuser Pflicht ist. "Als die Covid-19-Fallzahlen explodiert sind, haben wir da aus eigenem Antrieb die nötigen Schritte gemacht. Es war klar, dass wir mehr Kapazitäten für diese Patienten brauchen werden und Prioritäten setzen müssen." Für die Corona-Station wurde deshalb aus dem gesamten Haus Personal zusammengezogen, dafür in anderen Bereichen nach und nach die Belegung reduziert. Aktuell sind 150 normale Pflegebetten leer.
Im Intensivbereich wurde parallel dazu die Zahl der vorhandenen Betten nochmals um zwei auf 27 aufgestockt. "Weil wir die Operationen reduziert haben, steht Anästhesie-Personal zur Verfügung, mit dem wir diese Intensivbetten betreiben können." Die Klinikums-Geschäftsführerin vertraut darauf, dass die überregionale Zusammenarbeit der Krankenhäuser genauso gut funktioniert wie bei der letzten Welle. "Wir unterstützen uns gegenseitig."
Mit Sorge verfolgt auch Brigitte Angermann die Nachrichten über die neue Omikron-Virusvariante. "Man weiß noch zu wenig, um einschätzen zu können, wie gefährlich das wird. Aber es ist jetzt umso wichtiger, vorsichtig zu sein. Ich hoffe sehr, dass die Beschränkungen greifen und sich die Situation nicht weiter verschlimmert."
Zusätzlich zu den Schwerpunktkrankenhäusern wurden auch die Klinik Neustadt bei Coburg und das Bezirksklinikum Obermain ab 1. Dezember auf der Grundlage der Allgemeinverfügung verpflichtet, Kapazitäten zur Aufnahme von Covid-19-Patienten bereit zu halten. Die Klinik Neustadt bei Coburg hat für diesen Zweck mindestens acht Betten und das Bezirksklinikum Obermain mindestens 20 Betten bereitzustellen. Die Anordnungen gelten zunächst bis einschließlich 10. Januar 2022, teilt die Regierung von Oberfranken mit.
Aufruf zum Impfen
Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz äußert sich besorgt über die aktuelle Entwicklung: "Das Personal in den Kliniken arbeitet an der Belastungsgrenze. Allen ist bewusst, dass die Absage oder Verschiebung von Behandlungen für viele Patienten eine weitere Bürde darstellt. Die sich zuspitzende Lage in unseren Krankenhäusern erfordert jedoch ein entschiedenes Handeln."
Piwernetz appelliert an alle Bürger, sich und andere so gut wie möglich zu schützen und sich impfen beziehungsweise boostern zu lassen.