Ohne Kopfhörer gehe ich nicht aus dem Haus

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Symbolbild: Archiv/Florian Schuh, dpa
Symbolbild: Archiv/Florian Schuh, dpa

Wenn ich morgens dabei bin, das Haus zu verlassen, dann darf eines neben meinem Kopf natürlich nicht fehlen: meine Kopfhörer.

Was wäre mein Weg zur Arbeit nur ohne diese kleinen zwei Wunderstöpsel im Ohr?

Man munkelt, es wäre sicherer und ich seltener auf Laternen-Kollisionskurs - aber darum soll es hier nicht gehen.

Wenn man verschlafen von Ampel zu Ampel schlendert und die Musik in den Ohren Gedanken und Co. von der Außenwelt abschneidet, dann vergisst man schnell seine alltäglichen Sorgen und Nöte - aber auch etwas ganz anderes: das Sprechen.

Immer häufiger sehe ich als 19-Jähriger meine Altersgenossen an den kuriosesten Orten mit Stöpseln im Ohr und stumm. Musik ist freilich toll, keine Frage, und ja, ich genieße auch auf meinem Weg zur Arbeit meine Lieblingssongs. Aber muss es sein, dass die nette Verkäuferin in der Bäckerei dreimal durch den Laden brüllen muss, nur weil man sich zu fein oder zu faul ist, einen Kopfhörer aus dem Ohr zu nehmen? Dabei sind wir Jugendlichen - außer wenn Mama mal wieder irgendwas Utopisches verlangt- doch meist mit einem ausgezeichneten Hörvermögen in diese Welt geschickt worden, oder?

Mein ehemaliger Musiklehrer öffnete mir in dieser Hinsicht die (Augen und) Ohren, als er meinte, dass Musik natürlich das Schönste auf dieser Welt sei, aber man dennoch nicht in ihr versinken dürfe, da es noch wichtiger sei, einfach mal in seine Umgebung hineinzulauschen.