Der Erfolg hat mehrere Väter: Die jahrzehntelange Arbeit der Mitglieder. Das Engagement ihrer Vorgänger Hermann Hofmann und Günter Binger. Für Vorsitzende Edith Wagner vom Gartenbauverein Schwarzach-Schmeilsdorf ist die Verleihung des Dorfökologiepreises das Verdienst vieler. Als einziger Gartenbauverein im Landkreis hat die Vereinigung die Auszeichnung des Bezirksverbands Oberfranken für Gartenbau und Landespflege erhalten.

Die Grundlagen für den Erfolg habe Hermann Hofmann geschaffen mit dem Bau des Kelterhauses 1994 und der Anlage des Gartens. "Er hat sehr weitschauend in der richtigen Größe gebaut", erklärt Edith Wagner. Das Kelterhaus habe sich inzwischen sehr bewährt, die Kelterei sei in diesem Jahr bis Mitte November ausgebucht.
Der Garten, den der damalige Kreisfachberater Paul Späth geplant hatte, wurde lange Zeit parzellenweise von den Mitgliedern bewirtschaftet. Der Garten wurde in sechs Parzellen eingeteilt, Gänge angelegt. Angepflanzt wird nach Fruchtfolge, zwei Beete sind besonderen Gemüsearten vorbehalten, berichtet die Vorsitzende weiter. Dort wachsen unter anderem die Kapstachelbeere Physalis, Buchweizen, Mariendistel.

Außen steht eine bunte Mischung Stauden, dazwischen Sommerblumen ("Die lassen wir stehen, wo es geht"). Auch so genannte Gartenunkräuter haben ihren Platz. "Das sind meistens essbare Wildkräuter", erklärt Wagner, die als Kräuterpädagogin hier eine Spezialistin ist.
Am angrenzenden Heim des Gartenbauvereins entlang ziehen sich mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Lavendel, Oregano, Ysop). Gleich daneben ein Insektenhotel. "In einen ländlichen Garten gehören Blumen, Gemüse, Beeren und Kräuter", steht für sie fest. Um die Mitglieder vom mühsamen Gießen des Gartens zu entlasten, wurde in diesem Frühjahr eine Bewässerungsanlage installiert.

Und die ist High-Tech. Die Anlage wird automatisch gesteuert, aus einer Regenwasserzisterne gespeist. Ist die leer, kann man Leitungswasser zuschalten. Über einen Fühler weiß die Anlage, ob es geregnet hat - und gießt dann nicht. "So schaut der Garten schön aus - und die Pflegearbeit wird reduziert." Der schöne Garten mit dem Kelterhaus ist einer der Gründe, warum der Gartenbauverein nach dem Jahr 2000 jetzt wieder mit dem Dorfökologiepreis ausgezeichnet wurde.

Ein anderer Grund ist die Jugendarbeit. "Zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz führen wir das Apfelfest durch - mit vielen Kinderaktionen", erklärt die Vorsitzende und nennt da unter anderem die handbetriebene Saftpresse und die Apfelschälmaschine. Zudem sei es angedacht, Schulklassen und Jugendgruppen durch den Vereinsgarten zu führen. "Der Garten, der am Radweg liegt, steht eigentlich allen Interessierten zur Besichtigung offen", stellt sie fest.

Die Mitglieder des Gartenbauvereins Schwarzach-Schmeilsdorf - nach den Worten Wagners der größte Gartenbauverein im Landkreis - hätten sich sehr über den Preis gefreut. "Das zeigt, dass die Arbeit gewürdigt wird. Das motiviert."