Mit einem gelungenen Jahresabschlusskonzert verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler der Kulmbacher Musikschule in die Sommerferien. Auch in diesem Jahr hatte man wieder ein buntes Programm zusammengestellt, das für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hatte.

Den Anfang bestritt das Vororchester unter der Leitung von Ilona Ramming, das erst peppig mit "Twist and Shout" und dann mit getrageneren Tönen aus dem Forrest-Gump-Thema die zahlreich erschienenen Zuschauer einstimmte. An den Querflöten überraschten Klara Hanusova und Mia Erlmann, beide neun Jahre alt. Gerade einmal seit zwei Jahren spielen sie ihr Instrument und konnten durch ihr empfindsames Spiel überzeugen.


"Das will ich auch können"

"Ich habe vorher Blockflöte gespielt", verriet Mia, und beim Tag der offenen Tür an der Musikschule habe sie Klarinette und Querflöte ausprobiert. Die Querflöte wurde es dann, und es sei gar nicht so schwer, sie zu spielen. Inzwischen zumindest, denn anfangs bereitete beiden Mädchen das Einpusten die größten Probleme.
Der elfjährige Johannes Schneider hat sich schon vor sechs Jahren für das Akkordeonspiel entschieden. Zusammen mit seiner Lehrerin Tanja Schaller spielte er bei dem Konzert ganz souverän "Russian Songs" von Renato Bui und bekam viel Applaus. Begonnen hat er mit diesem Instrument, weil ein Bekannter seiner Eltern Akkordeon spielte, "und da dachte ich mir: Das will ich auch können".


Ganz ohne Noten

Etwa 15 Minuten übt er täglich, und es sei schon cool, wenn man auch mal etwas vorspielen könne. Ein kleines Highlight des Konzerts war der 15-jährige Schüler Michael Schneider, der virtuos und gänzlich ohne Noten die "Tarantella für Violine und Klavier" von Henry Vieuxtemps vortrug. Im zarten Alter von vier Jahren begann er mit dem Geigespielen, "meine Eltern meinten, ich sei nicht ausgelastet". Heute ist das Violinespielen für ihn ein toller Ausgleich, und er wird seinem Instrument treu bleiben, auch wenn er sich inzwischen selbst noch ein wenig das Gitarrespielen beigebracht hat.

Das Konzert wurde komplettiert durch die beiden Ruckdeschel-Preisträger Julia Stoll am Klavier und Vinzenz Ständner an der Gitarre, durch das klare Spiel von Helena Müller an der Querflöte und Julian Scheffold an der Posaune. Ans Violoncello setzte sich Theresa Griese mit einem Stück von Jean Baptist Bréval, und das Violinduo bestehend aus Veronika Hahn und Theresa Popp bot unter der Begleitung von Christine Hubert am Klavier Variationen über ein Thema für zwei Violinen und Klavier von Natalia Baklanova dar.

Den Abschluss des abwechslungsreichen Konzertvormittags machten das Streicherprojektorchester unter der Leitung von Annegret Kuhnlein und die Violinklasse von Albert Hubert mit einem "Jazz-Scale" von Medvedovsky, bei dem sich auch Klavierlehrer Thomas Schimmel an die Tasten setzte. Ein schönes Matineekonzert für einen idealen Start in einen sonnigen Sonntag.