Vor einem Vierteljahrhundert hat Kabarettist Michael Mittermeier mit seinem Comedy-Programm "Zapped" begeistert, einem Programm, in dem er gnadenlos mit den Serien seiner Jugend und dem aktuellen Fernsehprogramm abrechnete. Nach dem Lockdown hat Mittermeier "Zapped" aufgefrischt. Bei den Plassenburg-Open-Airs erntete er für seine Gags über "Fernseh-Kiffen mit Winnetou, Lassie und Flipper" so manchen Brüller, auch wenn die Gags allesamt altbekannt waren.

Auch Corona im Programm

Natürlich hat auch die Corona-Pandemie im Programm von Mittermeier ihre Spuren hinterlassen. "Stellt euch vor, die Pandemie wäre 1980 gewesen: nur zwei TV-Programme", sagte Mittermeier und hatte sofort das Publikum auf seiner Seite. Gnadenlos ging er mit der Werbung ins Gericht. Wie realistisch sind lila Kühe und blaue Flüssigkeiten bei Bindenwerbung? Und warum haben manche Frauen ihre Regel in der Hand - wie bei der o.b.-Werbung? Fragen, mit denen sich Mittermeier befasster, der auch kritisch fragte, wer wohl die Zielgruppe für ein 96-Stunden-Deo sei und was die Holzdecken mit Sex zu tun haben. Und natürlich durfte auch der schon so oft gespielte Gag über den AOK-Reisekrankenschein, den der freundliche Berater an den Flughafen bringt, nicht fehlen.

Ein Generationenproblem

Die TV-Hits seien oft ein Generationenproblem, erläuterte der Comedian. Raumschiff Enterprise und Star Wars, aber auch Bonanza, Kojak, Schwarzwaldklinik und Co. analysierte er auf seine ganz eigene Art und Weise und wagte einen Vergleich mit "Game of thrones".

Am Ende des Programmes "Zapped" kam es zu einem atemberaubenden Showdown mit Werbung, Sendungen und einem echten Feuerwerk an Pointen. Michael Mittermeier setzte bei den Gags auf leicht zu verstehende Allerwelts-Comedy. Manchmal war es möglicherweise auch ein gewisser Peinlichkeitsfaktor wie die stetige Schilderung "sexelnder Paare" oder "furzender Eichhörnchen" in der typisch mittermeierschen Laut-Sprache, der das Publikum zum Lachen brachte.

Auch bei der zweiten Veranstaltung im Rahmen des Plassenburg-Open-Air-Programmes blieb rund ein Drittel der Plätze leer.

Veranstalter Matthias Mayer von der Agentur Motion aus Bayreuth zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Besuch und dem Zuspruch. Im Schönen Hof ist insgesamt Platz für 500 Besucher, normalerweise können bis zu 1500 Menschen in den Burghof kommen.

Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte können die FFP2-Masken, sobald die Sitzplätze auf der Plassenburg eingenommen worden sind, abgenommen werden.