Wer einen Garten anlegt und pflegt, braucht einen Plan, Geduld und - Humor! Wie sonst könnten wir Hobbygärtner mit Fassung ertragen, dass Mäuse, Schnecken und Rehe sich am reich gedeckten Tisch erfreuen und von Rosenknospen über Salate bis hin zu frisch gepflanzten Sträuchern alles an- und abknabbern, was jung, frisch und saftig ist? Die wissen, was gut ist!

Doch viele Kulturpflanzen überleben die Attacken nicht.

Dagegen wächst im Garten mancherlei, wo ich nichts gegen fresslustige Helfer hätte.

Ich habe für die neue Saison meine Beete vorbereitet, Gemüse und Blumen gesät. Doch statt der ersehnten jungen Pflänzchen, zeigt sich als erstes das Wildkraut. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen irgendeine Pflanze hätte. Aber Grünzeug, dessen Wuchskraft die der kultivierten Gewächse bei weitem übersteigt, brauche ich nicht im Beet. Quecke, Giersch, Löwenzahn, Brennnessel und Vogelmiere bedecken innerhalb weniger Tage die Flächen, auf denen Möhrchen, Salate, Spinat und Radieschen sprießen sollten.

Hier könnten sich die Rehe mal nützlich machen, die derzeit zu dritt durch meinen Garten streifen. Die Wildkräuter sind für Mensch und Tier genießbar und sowas von gesund. Sie wachsen ganz umsonst und zahlreich.

Doch genau das ist das Problem: Nicht einmal eine Großfamilie könnte aufessen, was da sprießt. Und sooooo lecker sind die in der Regel recht herben Blätter dann auch wieder nicht.

Finden wohl auch die Rehe. Wenn ich in ein paar Wochen blühende Rosen erleben und meine Erbsen und Salate selbst essen möchte, werden ich diese begehrten Delikatessen schützen müssen. Ich nehme dazu Dornenranken und Kulturschutznetze. Für eine friedliche Koexistenz von Reh und Gärtnerin!