"Das war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Nahwärmenetz", sagte Marc Benker, einer der Geschäftsführer, auf Nachfrage. Denn mit dem positiven Votum sei klar: Das Nahwärmenetz wird von der Firma Naturstrom realisiert, aber die Bürger bestimmen mit.


230 000 Euro sind schon da


Jetzt können die Vorverträge, die die "ZukunftsEnergie Marktschorgast" bereits geschlossen hat, in Verträge mit Naturstrom überführt werden. das die Planung und Realisierung des Nahwärmenetzes übernehmen wird.

Allein bei der Gründungsversammlung und der Unterzeichnung der Verträge sind bereits 230 000 Euro an Kapital zusammen gekommen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg. Ich denke, dieses Kapital ist eine gute Basis", so Benker.
Viele weitere Interessenten für das Nahwärmenetz haben bei der Versammlung bereits Zustimmung signalisiert, werden in den nächsten Tagen mit ihrer Unterschrift die Teilnahme besiegeln.

Bei der Versammlung im katholischen Pfarrheim wurden Marc Benker, Karlheinz Bonenberger und Ronny Metzner als Vorstände bestätigt. In den Aufsichtsrat wurde Ulrich Reinhardt, Franz Gemsjäger, Helmut Müller und Andree Barth gewählt. Zwei weitere Aufsichtsratsposten sind noch vakant und könnten bei einer späteren Versammlung mit Personen aus der Gemeindeverwaltung und von Naturstrom besetzt werden.

"Wir werden jetzt dem Genossenschaftsverband Bayern beitreten und gelten als Genossenschaft in Gründung", freute sich Benker über die positive Weichenstellung nach mehrjähriger Überzeugungsarbeit.


Was macht die Gemeinde?


Noch keine Unterschrift hat die Gemeinde getätigt, die für acht Liegenschaften Vorverträge abgeschlossen hat. Im Vorfeld hat es zahlreiche Gespräche mit dem Landratsamt gegeben, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass auch der Markt der Bürgergenossenschaft beitreten kann. Das bestätigte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann auf Nachfrage. "Es wäre schön, wenn die Gemeinde Marktschorgast sich dazu entschließen könnte, der Genossenschaft beizutreten, einfach weil das Projekt eine kostengünstige und nachhaltige Wärmelieferung sichert", so Kunstmann.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass die rechtlichen Rahmenbedinungen erfüllt werden."

Insgesamt können nach den derzeitigen Planungen beim Trassenverlauf 78 Interessierte berücksichtigt werden. Die Haupttrasse des Nahwärmenetzes verläuft in der Hauptstraße und Bahnhofstraße an der Kirche vorbei. Insgesamt sind in Marktschorgast f Gesamtinvestitionen in Höhe von netto 2,4 Millionen Euro geplant. Rund 397 000 Euro an Zuschüssen sind zu erwarten.

Für die Anschlussnehmer soll es Wärme für einen Preis von 0,11 Euro pro Kilowattstunde geben. Bereits ab April sollen Planungen und Bauarbeiten beginnen. Die Wärmelieferungen sollen ab Oktober 2015 erfolgen.