Die kleine Kapelle neben dem Kloster in Marienweiher ist die 14. Station des Kreuzweges. Nur einige kleine Bänke zum Hinknien stehen in dem Raum, zwei Vorrichtungen, um Kerzen anzuzünden. Mehr nicht.

"Die Kapelle ist nicht sehr einladend", sagt Pfarrer Alard Maliszewski. Und wagt einen Vorstoß. Er möchte eine Umgestaltung in Gang bringen. "Es geht nicht nur um eine Sanierung, sondern auch um eine komplette Neugestaltung. Denn die Kapelle soll für einzelne Personen, aber auch für kleine Gruppen ein einladender Raum werden", wünscht sich der Pater.

Der Raum habe mehr Potenzial als er momentan ausstrahlt. "Das soll ein Raum werden, der zur Meditation, zum Innehalten einlädt", sagt Pater Alard und kann sich vorstellen, dass die Kapelle auch durch kleine Veranstaltungen belebt werden könnte.


Frischtzellenkur für die Pieta

Aktuell laufen Planungen, wie die Kapelle umgestaltet werden kann. Im Mittelpunkt sollen die Pietá und die Darstellung von Jesus im Grab bleiben. "Die beiden Figuren sollen natürlich aufgefrischt werden", sagt der Pater.

Doch die Kapelle soll in Zukunft nicht nur eine Station des Kreuzweges sein. Sie soll einen positiven Akzent setzen, soll den Gläubigen Hoffnung vermitteln auf ein Leben über den Tod hinaus. "Wir haben schon die ersten Entwurfsplanungen. Aber es wäre zu früh, um diese Planungen zu zeigen", so Alard.

Aktuell geht es um die Finanzierung. Die Kapelle ist Teil des Klosters. Und das Kloster ist nicht etwa im Besitz der Kirche, sondern gehört dem Freistaat Bayern. "Wir müssen jetzt in einem nächsten Schritt klären, wem die Figuren gehören", sagt Pater Alard und betont, dass viele Gespräche mit Behörden und Stiftungen anstehen.

Dach ist schon saniert

Überschlagsweise wird die Sanierung der Kapelle zwischen 20 000 und 60 000 Euro kosten. Und der Freistaat Bayern ist nur für das Äußere zuständig. Aus diesem Grund wurde auch erst die Sanierung des Daches abgeschlossen. "Wir werden sicher einen Großteil über Spenden oder über Stiftungen abdecken müssen", sagt der Pfarrer, ist aber zuversichtlich, dass die Finanzierung noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden kann.

"Wir hoffen, dass es uns gelingt, ein finanzielles Konzept auf die Beine zu stellen", sagt Pater Alard und ist guter Dinge, dass die Bauarbeiten an der Kapelle nach der Pilgersaison - spätestens im Herbst - beginnen können.
"Es sind ja auch keine riesigen Arbeiten zu erwarten, sondern es geht einfach darum, die Kapelle für Pilger ansprechender zu gestalten", sagt der Pfarrer. Erste Gespräche mit Künstlern und der Erzdiözese sind bereits im Gange.