Die Krippe und der Kindergarten neben dem Mainleuser Rathaus sind wegen Corona geschlossen. "Es gibt eine Quarantäneanordnung des Landratsamts", bestätigte der Leiter der Einrichtung, Michael Seck.

Am Montag wurden bei Antigenschnelltests die ersten positiven Fälle festgestellt. "Als Träger haben wir sofort gehandelt und die Einrichtung geschlossen - und das ,obwohl wir die Ergebnisse der anschließenden PCR-Tests hätten abwarten können."

Die richtige Entscheidung, wie sich inzwischen herausgestellt hat: Die PCR-Tests bestätigten 15 positive Fälle unter Kindern und Personal aus Krippe und Kindergarten.

Laut Michael Seck sind die Krankheitsverläufe bei vielen Infizierten mild, aber nicht alle seien symptomfrei. Viele Kinder könnten sich bereits in den nächsten Tagen wieder freitesten. Für das Personal - vor allem wenn es Symptome hat - sind die Fristen länger. Seck geht von einer frühestmöglichen Wiedereröffnung von Kindergarten und Krippe ab 31. Januar aus. Nicht von der Schließung betroffen ist das Zentrum für Kinder und Familien an der Hauptstraße, zu dem die Einrichtung am Rathaus gehört. Das markante Gebäude mit den bunten Elementen war im Dezember 2019 eröffnet worden. Dort sind zwölf Krippen - und 25 Kindergartenplätze untergebracht.

Seck zufolge ist der Großteil des Personals geimpft oder sogar geboostert.Und jeder - egal, ob geimpft oder ungeimpft - werde täglich vor Dienstbeginn getestet.

Es sind nicht die ersten Coronafälle in Kinderbetreuungseinrichtungen im Markt Mainleus, wie Bürgermeister Robert Bosch (CSU) erklärt. Bereits im Dezember sei in der gemeindlichen Kindertagesstätte "Sonnenkinder" in Rothwind ein Krippenkind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin sei nicht nur das betroffene Kind, sondern auch der Rest der Gruppe in Quarantäne geschickt worden. In der Rothwinder Einrichtung gibt es zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen sowie einen Hort.

"Im Großen und Ganzen glimpflich davongekommen" ist bisher die evangelische Kinder-Arche, freut sich Pfarrer Michael Schaefer. Vor mehreren Monaten habe es einmal die Teilschließung einer Gruppe gegeben - und seither nichts mehr. "Ich hoffe, dass uns die Welle verschont", so der Geistliche. Dazu halte man alle Vorsichts- und Hygienemaßnahmen ein. "Aber es gibt halt keine 100-prozentige Sicherheit", sagt Pfarrer Schaefer auch mit Blick auf die Tatsache, das selbst geimpfte Personen erkranken.

Wie das Landratsamt erklärt, ist neben dem Mainleuser Kindergarten beziehungsweise der Krippe eine weitere Einrichtung im Stadtgebiet Kulmbach von einer Schließung betroffen. Mit einem weit verbreiteten Irrtum räumt die Behörde auch auf: Einrichtungen würden nicht durch das Gesundheitsamt geschlossen. Vielmehr könne die Schließung eine Folge davon sein, dass ein Betrieb faktisch aufgrund von coronabedingtem Personalausfall nicht mehr möglich ist.

Wie das Landratsamt die weitere Entwicklung einschätzt? "Das bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass sich die mittlerweile vorherrschende Omikron-Variante rasant - auch unter Kindern - ausbreitet."