In der katholischen Pfarrei St. Bartholomäus in Ludwigschorgast herrscht Fassungslosigkeit und Trauer: Pfarrer Michael Leicht ist tot. Der Geistliche starb im Urlaub in Kroatien. Michael Leicht wurde nur 36 Jahre alt.
Die Nachricht sprach sich am Sonntag schnell im ganzen Landkreis herum, nachdem der Marktschorgaster Pfarrer Ignacy Kobus den Ludwigschorgastern die traurige Mitteilung im Gottesdienst überbracht hatte.


Nicht zum Frühstück erschienen
Pfarrer Kobus zufolge war Michael Leicht mit dem Wohnmobil in Kroatien in Urlaub und traf sich dort mit einer Himmelkroner Familie. Nachdem der 36-Jährige nicht wie verabredet zum gemeinsamen Frühstück gekommen war, war die Familie beunruhigt. Denn: "Michael Leicht war immer sehr korrekt und ausgesprochen pünktlich", erklärte Ignacy Kobus.

Nachdem das Wohnmobil des Ludwigschorgaster Pfarrers verschlossen gewesen sei, hätten die Himmelkroner die Polizei vom Verschwinden des Geistlichen informiert. Die Beamten fanden den 36-Jährigen schließlich am Strand. Eine Identifikation sei inzwischen erfolgt. "Amtlich ist jedoch noch nichts", betont der Marktschorgaster Geistliche. Auch zur Todesursache könne man nichts sagen. "Mehr wissen wir noch nicht."

Ihm oblag es auch, die Eltern von Michael Leicht in Bad Staffelstein von dem tragischen Vorfall zu informieren. Noch in der Nacht zum Sonntag überbrachte er die schlimme Nachricht. "Das war nicht leicht", so Kobus. Ignacy Kobus hat auch Dekan Hans Roppelt, der sich derzeit in Urlaub befindet, über den Tod von Michael Leicht informiert.

Die Ludwigschorgaster hat die Nachricht völlig unvorbereitet getroffen. "Die Gemeinde ist total schockiert. Das ist ganz schlimm", erklärte gestern Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marie Kienzle. Im September wäre der Pfarrer zwei Jahre in Ludwigschorgast im Amt gewesen.


Offen auf Menschen zugegangen
"Er hatte sich so gut eingelebt und ist sehr offen auf die Menschen zugegangen", beschreibt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende das Wesen des Geistlichen. Er habe die Feste der Vereine besucht, sei wegen seiner Art sehr beliebt und geschätzt gewesen.

Und auch bei den jungen Menschen sei Michael Leicht gut angekommen. "Er hat Ministranten-Freizeiten angeboten, regelmäßige Treffen durchgeführt und Kinovorführungen im Jugendraum gemacht. Er war sogar auf Facebook." Überhaupt habe der Pfarrer ein Faible für die modernen Kommunikationsmittel besessen, die Homepage gepflegt und einen Kirchen-Newsletter verschickt.

Aber auch bei den Senioren sei der Geistliche angesehen gewesen. "Er hat bei den Senioren-Nachmittagen vorbei geschaut und mit den Leuten Kaffee getrunken. Er hat einfach überall versucht, mit den Menschen Kontakt zu halten", betont Marie Kienzle. Wie es nun ohne den Pfarrer weiter gehen soll, könne sie nicht sagen. "Wir wissen noch nicht, welche Konsequenzen sein Tod für uns hat", so die Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Hier finden Sie die Traueranzeige auf trauer.inFranken.de.