Links, rechts, links schauen und dann schnell sein, wenn gerade kein Auto zu sehen ist! Wer in der Kronacher Straße zwischen der Apotheke und der gegenüberliegenden Straßenseite kreuzen möchte, muss gut aufpassen. Die beengten Straßenverhältnisse, die unübersichtliche Kurvensituation und die schmalen Gehwege machen das Überqueren gefährlich.

Das Problem wird schon seit Jahren diskutiert. Nun soll endlich eine Lösung geschaffen werden: Ein Fußgängerüberweg mit Ampel soll das Überqueren der Straße vor allem für Schulkinder und Senioren sicherer machen.


Ortstermin im September


Eine kürzlich durchgeführte Verkehrszählung hat den Bedarf dafür bestätigt, so Abteilungsleiter Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt Bayreuth auf Nachfrage der BR. Im September werde es einen Ortstermin mit Staatlichem Bauamt, Landratsamt, Polizei und Stadt geben, bei dem die Möglichkeiten der Umsetzung einer Fußgängeranlage erkundet werden. Dabei gehe es unter anderem darum, an welcher Stelle die Maßnahme sinnvoll sei. Einen früheren gemeinsamen Termin habe man leider nicht finden können. Bis wann die Fußgängerampel dann tatsächlich zur Verfügung steht, könne er noch nicht sagen, so Beck.

Der häufig genutzte Querungsbereich im Bereich Apotheke ist nicht der einzige heikle Punkt in Sachen Verkehrssicherheit in Stadtsteinach: Auf der Bundesstraße 303, die mitten durch den Ort führt, wird es vor allem für Lastwagen im Begegnungsverkehr häufig eng - und für Fußgänger auf den ohnehin schmalen Gehwegen entlang der Straße gefährlich. Das ist der Hauptgrund für die Planung einer Umgehungsstraße.

Der Planfeststellungsbeschluss steht seit wenigen Tagen, die Stadt ist damit der langfristigen Lösung ihrer Verkehrsprobleme einen Schritt näher. Doch bis die neue Straße gebaut wird, werden noch Jahre vergehen. In Sachen Sicherheit für Fußgänger muss vorher etwas passieren. Das wurde Anfang April bei einem Diskussionsabend der Bayerischen Rundschau deutlich.

CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner hatte in der Debatte keinen Zweifel daran gelassen, dass sie eine Dringlichkeit für schnelle Maßnahmen sieht. Im Nachgang zur Diskussion hatten Knud Espig und Jürgen Machulla von "Pro Stadtsteinach" sowie Alwin Geyer vom Bund Naturschutz deshalb in einem offenen Brief an Emmi Zeulner noch einmal ihre Forderungen nach einer schnellen, spürbaren Entlastung bekräftigt. Sie hatten sich darin vor allem für eine Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Lastwagen-Transitverkehr sowie für Fußgängerübergänge und Tempo-30-Regelungen stark gemacht.

Knapp drei Monate sind vergangen. Was hat sich seither getan? Die BR hat bei Emmi Zeulner nachgefragt, die sich noch einmal mit den Verkehrszählungen beschäftigt hat. Auf der Basis der Zahlen hat die Abgeordnete "erhebliche Zweifel", dass ein Durchfahrtsverbot tatsächlich den gewünschten Effekt hätte, formuliert sie im Antwortschreiben an die Unterzeichner des offenen Briefes. "Entscheidend ist für mich, dass die Verkehrsuntersuchung 2013 ergeben hat, dass ein Großteil des Lkw-Verkehrs das Gewerbegebiet oder den Steinbruch zum Ziel hat. Dieser Ziel- und Quellverkehr müsste zum Schutz der ansässigen Unternehmen von einem Fahrverbot ausgenommen werden. Die Ortsdurchfahrt wäre deshalb nicht vom Schwerlastverkehr befreit.

Die Voraussetzungen für ein Lkw-Durchfahrtverbot lägen nicht vor, und deshalb sei dieses auch politisch nicht durchsetzbar. Emmi Zeulner gibt zu bedenken, dass die umliegenden Bundesstraßen keine geeigneten Umleitungsstrecken darstellen. "Die Betroffenheit der Bürger der dort anliegenden Gemeinden würde steigen."
"Das muss nicht sein", meint dagegen Jürgen Machulla: "Hier sind weiträumige intelligente Verkehrsführungen notwendig. Die B 173 ist nach Fertigstellung der Ortsumfahrung Zeyern ortsdurchfahrtsfrei bis zur Autobahn befahrbar. "

Der Quell- und Zielverkehr sei vorhanden, aber nicht für die Verkehrsbelastung in der Innenstadt verantwortlich. "Rund 70 Prozent dieses Schwerlastverkehrs fährt bereits bei Ziegelhütte auf die B 303 oder kommt von dort. Einzig der Transitverkehr nutzt die gesamte Ortsdurchfahrt, und dafür brauchen wir das Durchfahrtsverbot."

Emmi Zeulner bleibt dabei: Ein Durchfahrtsverbot wird nicht möglich sein. Hinsichtlich der gewünschten Tempo-30-Regelung führe sie Gespräche, "aber das ist schwierig durchzusetzen". Wirklich notwendig sei die Begrenzung nahe des Kurvenbereichs nicht, "da dort ohnehin nicht schnell gefahren wird". Dies zeige eine Geschwindigkeitsmessung im Auftrag des Staatlichen Bauamts. 93 Prozent der Fahrzeuge in Richtung Untersteinach und 88 Prozent in Richtung Kronach fahren nicht schneller als 40 Stundenkilometer.

Knud Espig ist nicht zufrieden: "Bisher wurde keine einzige von allen möglichen und sinnvollen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung eingeleitet. Eine weitere Verzögerung ist nicht hinnehmbar."