In der Freistellungsphase der Altersteilzeit befand sich Meins bereits seit Dezember 2013. Und langweilig ist ihm seitdem nicht geworden, bestätigte er auf Nachfrage. Dazu dürften wohl auch die Enkel einen Teil beitragen, um die sich seine Frau kümmern musste und deswegen nicht mit ins Landratsamt gekommen war.

"Kein Stress, sondern alles sportlich sehen", das war stets sein Motto, sagte Meins, der vor seiner Zeit am Landratsamt Kulmbach ab 1984 rund 21 Jahre an der bayerischen Beamtenfachhochschule in Hof als Professor unterrichtet hatte. Schwerpunkte: Zivil-, Bau- und Umweltrecht.

An das Landratsamt Kulmbach sei er 2006 gewechselt, um nach vielen Jahren in der Theorie sein Wissen in der Praxis anzuwenden. Dort traf er auch den einen oder anderen seiner früheren Schüler wieder. Wenn er nun einen Vergleich ziehen muss, so fällt sein Fazit überraschend aus: "Es ist zwar schwer zu glauben, aber Lehre ist stressiger."

Die Arbeit in der Behörde habe ihm stets Spaß gemacht. "Weil ich an vielen Dingen mitwirken durfte." Als ein Beispiel nannte er den Harsdorfer Gesundheitsbahnhof. Es gab aber auch andere Geschichten: "Mal musste ich einen Hochbehälter kappen oder böse Bemerkungen in Haushaltsgenehmigungen schreiben. Das gehört zum Geschäft", erklärte er vor praktisch allen Bürgermeistern aus dem Landkreis, die ebenso wie zahlreiche Vertreter des Landratsamts und des öffentlichen Lebens an der Zusammenkunft im großen Sitzungssaal teilgenommen hatten.

Das sehr gute Verhältnis bestätigten ihm auch Personalratsvorsitzender Udo Kastner und für die Bürgermeister der Kreisvorsitzende des bayerischen Gemeindetags Himmelkrons Rathauschef Gerhard Schneider (CSU).

Jürgen Meins ist am 23. Dezember 1949 in Hamburg geboren. "Ein ausgesprochenes Nordlicht", wie Landrat Klaus Peter Söllner (FW) später in seiner Laudatio sagen wird. Seine Eltern siedelten jedoch bald nach Kulmbach um. Nach dem Besuch der Pestalozzischule und der Oberrealschule, dem heutigen MGF, begann Jürgen Meins 1969 in Erlangen ein Jura-Studium.

Landrat Söllner bezeichnete Meins als einen Mann, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe - "und das ist rundum positiv gemeint". Der Jurist habe nicht nur acht Jahre als sein Vertreter im Amt gewirkt sowie ein offenes und gutes Verhältnis mit den Bürgermeistern gepflegt, sondern auch eng mit dem früheren Leiter des Klinikums Kulmbach, Herbert Schmidt, zusammengearbeitet.

Als größte Stärke von Jürgen Meins nannte Söllner die Tatsache, "dass ihm nie etwas zu viel war". Meins habe sich mit seinen Aufgaben identifiziert, er habe Verantwortung angenommen, auch wenn es schwierig geworden sei, auch wenn es mal vor Gericht ging.