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Kulmbach
Gastronomie

Nach fast zwei Jahren Leerstand: Fränkisches Traditions-Bräuhaus macht wieder auf

Mit neuen Pächtern geht's im Wirtshaus auf dem Mönchshof-Gelände in der Blaich bald weiter. Auch vom "Weißen Ross" am Marktplatz gibt es Neuigkeiten.
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In der Gaststube des Mönchshof-Bräuhauses in der Blaich fließt - nach fast zwei Jahren Leerstand - bald wieder Bier aus den Zapfhähnen.  Foto: Kulmbacher Brauerei
In der Gaststube des Mönchshof-Bräuhauses in der Blaich fließt - nach fast zwei Jahren Leerstand - bald wieder Bier aus den Zapfhähnen. Foto: Kulmbacher Brauerei
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Es ist schon lange nicht mehr so, dass in der Bierstadt Kulmbach an jeder Ecke ein Wirtshaus wäre. Wirtshäuser sind rar geworden. Dafür gibt es viele Gründe.

Also ist es mal eine gute Nachricht, wenn ein Traditionslokal wie das Mönchshof-Bräuhaus in der Blaich wieder aufmacht. Ebenfalls ein traditionsreiches Lokal in Kulmbach ist der Gasthof Petz in der Langgasse, zu dem einst eine bekannte Exportbierbrauerei und eine Mälzerei gehörten, über die heute wieder viel diskutiert wird.

Knall auf Fall das Handtuch geworfen

Geschlossen war das Gasthaus mit dem schönen Biergarten seit März 2018. Die damaligen Pächter hatten Knall auf Fall das Handtuch geworfen. Nicht nur Stammtische wie die "Rote Kastanie" schauten fortan in die Röhre. Besonders problematisch war die lange Vakanz für das Brauerei- und Bäckereimuseum. Museumsbesucher, besonders wenn sie als Gruppe mit einem Bus kommen, lassen einen Kulturtag gerne gemütlich bei einer Einkehr ausklingen.

Das wird nun bald anders. Die Kulmbacher Brauerei hat neue Pächter für das Bräuhaus gefunden. Es sind Anika Pettrich aus Altenkunstadt und ihre Familie. Sie verfügen über Erfahrung in fränkischer Gastronomie und leiteten zuletzt sechs Jahre lang den Brauereigasthof Thomann in Wiesen (Bad Staffelstein).

"Als wir davon erfuhren, dass für das Mönchshof-Bräuhaus neue Pächter gesucht werden, haben wir uns sofort beworben. Denn diese wunderschöne historische Gastwirtschaft mit ihrem Potenzial darf nicht leer stehen", so Anika Pettrich. "Wir freuen uns sehr, dass die Wahl der Kulmbacher Brauerei jetzt auf uns gefallen ist."

Traditionelle Küche

Sie wird im Mönchshof-Bräuhaus von ihren Eltern Jutta und Hermann Pettrich unterstützt. "Wir stehen für eine frische, handwerklich-orientierte und traditionelle Küche. Das passt, finde ich, super in das Konzept des Bräuhauses", sagt die neue Pächterin.

Das sehen auch die Verantwortlichen der Kulmbacher Brauerei so. "Die ganze Familie lebt ihren Beruf mit Leidenschaft. Deswegen sind wir überzeugt, dass wir mit ihnen die idealen Betreiber gefunden haben", meint Markus Stodden, Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei.

Bier aus der Museumsbrauerei

Für Gäste geöffnet ist das Lokal - mit dem Alleinstellungsmerkmal: Bier vom Fass aus der Museumsbrauerei - ab 1. Februar. Zuvor wird im Mönchshof-Bräuhaus alles auf Vordermann gebracht. Das Brauereimuseum feierte erst vor kurzem sein 25-jähriges Bestehen.

"Unser Motto ist: Kultur und Genuss - da gehört auch die Gastronomie dazu", erklärt Helga Metzel, Geschäftsführerin des Brauerei- und Bäckereimuseums. Sie glaubt, dass nicht nur das Museum, sondern die Blaich und die gesamte Stadt an Attraktivität gewinnen, und dankt der Gastronomie in Kulmbach und im Umland für die gute Zusammenarbeit mit dem Museum.

"Eine feine Sache"

Für Oliver Lange, Gründungsmitglied und Vorstand des Stammtisches "Rote Kastanie", ist es "eine feine Sache", dass es im Mönchshof-Bräuhaus weitergeht. "Wir sind guter Dinge, dass wir mit den neuen Wirtsleuten gut auskommen werden", sagt er.

Lange lobt das ganze Museumsteam, das mit einem Biergartennachmittag im Sommer dafür gesorgt hat, "dass wir nicht ganz heimatlos geworden sind".

Am besten Platz in Kulmbach

Neben dem Mönchshof-Bräuhaus wird in Kulmbach aktuell über ein zweites Wirtshausprojekt diskutiert: das Hotel "Weißes Ross". Das Haus am Marktplatz hat, wie berichtet, der Kulmbacher Unternehmer Bernd Förtsch (Börsenmedien AG) gekauft.

Wie zu erfahren war, verzögert sich die Eröffnung der Gastwirtschaft - früher "Markgrafenschänke" - und soll erst 2021 erfolgen. Angeblich läuft der Pachtvertrag mit der Kulmbacher Brauerei noch bis Ende 2020. Von Förtsch gab es dazu keinen Kommentar.

Aber es ist davon auszugehen, dass er in dem Lokal am besten Platz in Kulmbach künftig sein eigenes Bier ausschenken wird. Es soll in der Brauerei Haberstumpf in Trebgast hergestellt werden, die Förtsch ebenfalls erworben hat. Dort wurde unter neuer Regie auch bereits wieder gebraut, nachdem Haberstumpf zuletzt in Hallerndorf (Landkreis Forchheim) brauen und abfüllen ließ.