Der schönste Tag im Leben eines jungen Mannes aus Weidenberg endet mit einer Tragödie. Kurz nach der Geburt im Kulmbacher Klinikum sterben das Neugeborene und die Mutter. Wir haben mit dem hinterbliebenen Vater gesprochen, die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Noch ist weiter unklar, was genau passiert ist. Die Ermittlungen dauern an. Wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mitteilt, müssen die Behörden weiterhin auf die Gutachten der Obduktionen warten. Bis diese vorliegen, kann es allerdings noch einige Wochen dauern, heißt es.

"Bei jeder Geburt gibt es ein Restrisiko"

Kommt ein Kind auf die Welt, kann es immer zu Schwierigkeiten kommen, die den Geburtsverlauf stören. Manche dieser Probleme sind absehbar, andere treten unerwartet ein. Mehr als jede dritte Geburt endet mit einem größeren geburtshilflichen Eingriff, zum Beispiel mithilfe einer Saugglocke oder gar einem Kaiserschnitt.

"Gebären ist immer mit Risiken verbunden", bestätigt die Vorsitzendes Bayerischen Hebammenverbandes Astrid Giesen. Die Geburtshilfe habe sich in den vergangenen Jahrzehnten zwar kontinuierlich weiterentwickelt, ganz ausschließen ließen sich Totgeburten und die Gefahr, dass eine Mutter verstirbt, aber nie. Laut Zahlen von Statista starben 2015 bei 100 000 Lebendgeburten durchschnittlich drei Frauen, 1980 waren es 20. Durch die steigende Kaiserschnittrate steigen die Zahlen aktuell wieder leicht.

Babys sind gefährdeter: Von 1000 Lebendgeborenen sterben laut Statistik fast drei Kinder innerhalb des ersten Lebensjahres. Aber: "Geht während einer Geburt etwas schief, muss es nicht immer einen Schuldigen geben", sagt Giesen.

"In der Wochenbettphase gibt es für die Mutter klassischerweise drei Risiken", erklärt Astrid Giesen. Eine Thrombose etwa könne zur Embolie führen oder die Mutter erkrankt durch eine Infektion am Kindbettfieber. Kommt es direkt oder kurz nach einer Geburt zu Komplikationen, spielen oft Blutungen eine Rolle. Kritisch sind in der Phase während und nach der Geburt des Mutterkuchens (Nachgeburt) starke Blutungen. Sie werden durch eine Wehenschwäche verursacht oder weil der Mutterkuchen nicht oder nur unvollständig ausgestoßen wird. Statistisch verliert eine von 100 Frauen mehr als einen Liter Blut während der Geburt.