Die schöne neue Technikwelt hat auch am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Einzug gehalten. Denn aus dem Robotik-Kurs hat sich eine Gruppe Technik-Begeisterter für die FabCon-Messe in Erfurt angemeldet und hatte dort mit ihrem selbst ausgearbeiteten Konzept zum Thema "Teach the fabby - Wie kann ein 3D-Drucker den Schulalltag verbessern" so großen Erfolg, dass die acht Schüler den ersten Preis im bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb "Teach the fabby" gewonnen haben.

Die Jugendlichen haben die Jury mit einem ausgeklügelten Konzept, das mit Lehrer Wolfgang Lormes entwickelt wurde, für ihre Ideen, wie man 3D-Druck in den Schulalltag integrieren könnte, begeistert. Jetzt bekommen sie einen MakerBot-Schulworkshop. Ein ganzes Wochenende sind die Schüler im FabBus in Berlin zu Gast, auch Anreise und Unterbringung sind im Preis enthalten. Bei dem Workshop werden sie dann von Profis in die Geheimnisse der 3D-Konstruktion und des 3D-Druckens eingeweiht.

"Ein wichtiger Schritt"

Schulleiter Horst Pfadenhauer ist selbst begeistert vom Erfolg seiner "Freaks". "Dieser Preis ist ein wichtiger Schritt. Wir wollen ja den Fachbereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer ausdehnen. Das ist ein großer Sprung nach vorne", freut sich Pfadenhauer und hat sofort zugesagt, dass ein 3D-Drucker für das Gymnasium angeschafft wird.

"Wir wollen schon im nächsten Jahr einen Wahlkurs in 3D-Drucken anbieten. Der soll für alle offen sein", so Pfadenhauer.

Tatsächlich bekommt das MGF keinen fertigen Drucker, sondern die Schüler werden sich den Drucker aus einem Kit selbst zusammenbauen. Und dann kann es schon losgehen.

"Wir haben doch in jedem Klassenzimmer Beamer. Aber die Fernbedienungen liegen immer so rum. Wir könnten dann Halterungen für die Fernbedienungen ausdrucken. Dann müssen wir nicht mehr suchen", schlägt Dominik Müller vor. Der 13-Jährige aus der achten Klasse sucht vor allem nach pragmatischen Lösungen.
Luca Beetz (13) lässt sich von den Älteren mitziehen. "Ich finde es aber faszinierend, was die 3D-Drucker können", sagt er.

"Ich hätte auch schon einige Ideen für den musischen Bereich", erklärt Laura Meile, die erst zwölf Jahre alt ist und die siebte Klasse besucht. Sie schlägt vor, Zimmermodelle auszudrucken. Dann könnte man die Orchesteraufstellung planen und im Modell sehen, wo Kontrabässe oder Flügel platziert werden könnten. Aber auch für Schulneulinge könnten solche Modelle zur Orientierung im Schulhaus ganz nützlich sein.

"Ich hätte zum Beispiel die Idee, dass man ein DNA-Modell für den Biologie-Unterricht ausdruckt. Man kann auch Moleküle groß anfertigen, so dass man sie richtig gut sehen kann", findet Patrick Bär (15) aus der neunten Klasse. Das wäre auch billiger als gekaufte Modelle, denn ein Kilo Kunststoff kostet 34 Euro. "Und die Software für die 3D-Drucker ist gratis", ergänzt Lehrer Wolfgang Lormes, der die Begeisterung der Kids nicht stoppen will.

Arbeitskreis wird angeboten

Fest steht jetzt, dass der 3D-Druck-Arbeitskreis jahrgangsübergreifend für die Unter-, Mittel- und Oberstufe angeboten werden soll. "Wir wollen im nächsten Schuljahr starten", sagt Lormes und ist schon gespannt, was die Schüler so alles ausdrucken. Denn der 3D-Druck ist ein Feld der unbegrenzten Möglichkeiten.





Hintergrund

FabLab (englisch: fabrication laboratory - Fabrikationslabor) ist eine offene High-Tech-Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen industrielle Produktionsverfahren für Einzelstücke zur Verfügung zu stellen. Typische Geräte sind 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Pressen und ähnliches.

Möglichkeiten FabLabs erlauben die unkomplizierte Anfertigung von individualisierten Einzelstücken oder nicht mehr verfügbaren Ersatzteilen (Rapid Manufacturing). Sie machen High-Tech-Produktionstechnologien für kleine Gruppen oder Einzelpersonen verfügbar. Quelle Wikipedia