Wasserrohrbrüche reparieren, Abflussleitungen reinigen und instandsetzen, Lüftungsanlagen mit einem besseren Filter gegen Viren ausstatten - Aufgaben, die Nick Ziebis Spaß machen. "Mir gefällt der Beruf, weil er abwechslungsreich ist", sagt der 18-Jährige, der sich bei der Firma Meile-Technik zum Anlagenmechaniker ausbilden lässt.

62 unbesetzte Stellen

Chef Alexander Meile ist froh, dass Nick mit so großem Eifer bei der Sache ist, denn Nachwuchs ist wichtig, um einen Handwerksbetrieb zukunftsfähig zu machen. Zumal es sich zunehmend schwierig gestaltet, Lehrlinge zu finden. 62 der Arbeitsagentur gemeldete Ausbildungsstellen waren im August im Landkreis noch unbesetzt (siehe Artikel unten). Viele Firmen suchen auch nach dem Start des Lehrjahres noch Azubis. Bei den Betrieben der Innung Spengler, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gibt es noch zehn offene Stellen.

Handwerk kann lukrativ sein

"Ich hätte in diesem Jahr zwei Azubis für den Beruf des Anlagenmechanikers eingestellt. Es hat sich aber niemand beworben", sagt Alexander Meile. Woran das liegt? Wollen sich junge Leute die Hände nicht mehr schmutzig machen? Mag sein, sagt Meile, der deutlich macht, dass viele ein falsches Bild von den Lehrberufen hätten. Es sei nicht so, dass man als Anlagenmechaniker nur im Dreck stehe. "Auch bei uns wird im Kundendienst ein Laptop eingesetzt, um mit dem Diagnosegerät Fehler auszulesen." Und dass man auf dem Bau kein Geld verdienen kann, sei eine Mär. Als Anlagenmechaniker bekomme man im ersten Lehrjahr 750 Euro, im letzten 1050 Euro brutto. "Mit Zulagen erhalten diejenigen, die von Montag bis Donnerstag auf einer Auswärtsbaustelle arbeiten, bis zu 1500 Euro." Man müsse jedoch flexibel sein, sei als Handwerker oft Wind und Wetter ausgesetzt. "Da sitzt man halt nicht behütet am Arbeitsplatz wie im Büro ."

Übernahme in Aussicht

Nick Ziebis ist froh, den Beruf ergriffen zu haben. "Ich wollte schon immer Handwerker werden", sagt der junge Mann, der während seiner Schulzeit in den Sommerferien Praktika bei der Firma Meile absolviert und so die ersten Kontakte geknüpft hat. Ein Weg, der sich laut Alexander Meile für die jungen Leute wie auch für den Betrieb lohnt. "Die Praktikanten erhalten einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag, die Firmen können sich schon mal ein Bild vom potenziellen Auszubildenden machen."

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Drei Wochen Arbeit wechseln sich mit einer Woche Berufsschule ab. Zudem gibt es eine überbetriebliche Ausbildung für alle Lehrlinge bei der Handwerkskammer für Oberfranken, bei der die Azubis laut Alexander Meile beispielsweise das Schweißen, Löten, Feilen und Sägen lernen.

Im Zuge es Klimawandels habe der Beruf an Bedeutung gewonnen, sagt Alexander Meile, dem der Obermeister der Innung, Hans Schwender, beipflichtet. "Der Beruf des Anlagenmechanikers ist einer der wichtigen Berufe, um die Umwelt zu schützen und energieeffiziente Anlagen zu erstellen." Bei Gebäuden sei ein möglichst CO2-freier Betrieb gefragt. Gefordert seien beim Anlagenbau nicht nur die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, sondern auch die Mechatroniker für Kältetechnik oder auch die Klempner.

Die Übernahme in Aussicht

Nick Ziebis will seinen Beitrag leisten und ist mit Feuereifer bei der Sache. Der junge Mann hat gute Berufsaussichten, wie sein Chef Alexander Meile durchblicken lässt: "Nick wird nach seiner Lehre bei uns sicherlich übernommen."