Die Kulmbacher Feuerwehr hat einen neuen Vorsitzenden: Bernhard Nehring wurde zum Nachfolger von Benno Pieger gewählt.
"Ich habe nichts weiter gemacht, als meine ganz normale Bürgerpflicht erfüllt." Mit diesen Worten verabschiedete sich Benno Pieger (63), Vorsitzender der Kulmbacher Feuerwehr, in den Ruhestand. Nach einem halben Jahrhundert Feuerwehrdienst und 24 Jahren als Vorsitzender stellte er sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen.
In der Jahreshauptversammlung im Mönchshof-Bräuhaus wählten die Mitglieder einstimmig Bernhard Nehring (58) zu Piegers Nachfolger. Gegenkandidaten gab es nicht.
Stadt Saalfeld ehrt Benno Pieger
Zu den größten Leistungen in Piegers Amtszeit gehörten der Neubau des Feuerwehrzentrums, die Neuanschaffung der im Krieg verlorenen gegangenen Feuerwehrfahne sowie die Vertiefung der Städtepartnerschaften zu Saalfeld, Lüneburg und Rust. "Die Pflege der Freundschaft zu den Partnerfeuerwehren liegt mir sehr am Herzen", betonte der scheidende Chef.
Zum Abschied überreichten Saalfelder Feuerwehrmänner zahlreiche Geschenke, einer sang sogar ein Ständchen. Ganz und gar sprachlos machte Pieger die Geste des Saalfelder Bürgermeisters Matthias Graul. Er verlieh ihm die Saalfelder Stadtmedaille für mehr als 20 Jahre gelebte Partnerschaft, für seine Unterstützung beim Aufbau der Feuerwehr in den 1990er Jahren und seine "Verdienste zum Wohle der Allgemeinheit".
Stolz auf "Kulmbacher Modell"
"Ein Gesicht kann älter werden, ein Körper gebrechlicher, doch ein guter Mensch bleibt ein guter Mensch", lobte Oberbürgermeister Henry Schramm Piegers Leistungen. Landrat Klaus Peter Söllner fügte hinzu, dass man in Stadt und Landkreis besonders stolz sei auf das "Kulmbacher Modell", das mittlerweile bayernweit Anerkennung finde. Damit ist die effiziente Zusammenarbeit der Wehren mit anderen Hilfsorganisationen gemeint.
Pieger hinterlässt seinem Nachfolger eine gut ausgebildete und hochwertig ausgerüstete Mannschaft. Dennoch birgt die Zukunft Herausforderungen. Während die Zahl der Feuerwehreinsätze in den Vorjahren zwischen 300 und 400 lag, war 2017 ein Rekordjahr mit 533 Einsätzen. Die Aktiven wurden zu 69 Brandeinsätzen gerufen. Hinzu kamen 328 technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen oder nach Stürmen.
Notruf missbraucht
53 Mal wurden ohne Not Brandmelder ausgelöst. Derzeit ermittelt die Polizei gegen einer Gruppe randalierender Jugendlicher, die in den Parkhäusern Basteigasse und Kaufplatz immer wieder böswillig Feueralarm auslösten. Das sei besonders ärgerlich, so stellvertretender Kommandant Michael Weich, jedes Ausrücken koste etwa 500 Euro und die Zeit der Freiwilligen, die ihren Arbeitsplatz verlassen müssten oder ihre Freizeit opferten.
Weich wurde mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Jan Fischer aus Lösau brachte einige Verbesserungsvorschläge vor. Unter anderem betonte er, dass es notwendig sei, die interne Kommunikation zu optimieren, etwa durch ein Whatsapp-ähnliches Messenger-System. "Wenn die Kommunikation nicht läuft, schürt das den Frust", sagte Fischer.