In einem Kulmbacher Geschäft entdeckte ich die Fest-Ausstattung von Dezember bis April auf engstem Raum fein säuberlich nebeneinander aufgereiht - ein sehr befremdlicher Anblick.

Nun liegt es mir fern, jemandem vorschreiben zu wollen, was er wann kauft oder verkauft. Gefallen tut mir die kommerzielle Vergleichzeitigung der Jahres-Höhepunkte allerdings nicht. Warum soll jemand ein Osterkörbchen mit schrillem Kunstgras und bunte Plastikeier kaufen, während noch die Christbaumkugeln am Baum hängen und die restlichen Weihnachtsplätzchen in der Keksdose schlummern?

Beim Essen gilt es vielen von uns längst als selbstverständlich, dass alles jederzeit verfügbar ist. Spargel im November, Erdbeeren zu Weihnachten, Festgebäck jeden Tag. Warten auf das Besondere? Will das niemand mehr?

Ich finde das schade! Ich mag die Vorfreude auf den ersten Lebkuchen und den Lichterschmuck im Advent, die Fastenzeit mit der Vorbereitung auf Ostern, den unvergleichlichen Geschmack von Obst und Gemüse, das nur wenige Wochen Saison hat, Genüsse, die es nur zu besonderen Anlässen gibt.

Mag sein, dass ich mit dieser Einstellung nicht auf der Höhe der Zeit bin, aber damit kann ich leben. Und Sachen fürs Osternest - die finde ich garantiert auch noch in der Karwoche.