Kunst baut Brücken. Dieses Motto ist so zu verstehen, dass Kunstschaffende aus Deutschland und Tschechien Grenzen überwinden - und zwar in räumlicher und auch in menschlicher und zeitlicher Hinsicht. "Es gibt jetzt ein Licht im Dunkel", sagte Professor Manfred Gareis bei der Vernissage, die - aufgrund der Corona-Beschränkungen - im unteren Schlosshof im Freien abgehalten wurde. Während im vergangenen Jahr der totale Lockdown eine Ausstellung verhindert hatte, sind die Werke in diesem Jahr bis 26. September im Töpfermuseum zu sehen. Die großen Skulpturen können im Skulpturengarten von Michael Sauer in Thurnau besichtigt werden. Zwar gibt es noch immer Hygienebeschränkungen, doch in diesem Jahr ist vieles möglich, woran im vergangenen Kunst-Sommer nicht zu denken war.

Unterschiedlich wie die Künstler

Die Kunstwerke, die innerhalb des Symposiums entstanden sind, sind so unterschiedlich wie die Künstlerpersönlichkeiten: abstrakt, gegenständlich, witzig, hintersinnig, kritisch oder mit einem Hauch bizarrer Groteskerie.

Varvara Divisova aus Tschechien hat sich von der Natur inspirieren lassen und hat großflächige Landschaften auf Leinwand gebannt. Zum ersten Mal beim Symposium dabei war Doris Bocka, die ursprünglich aus Kasendorf stammt. Sie hat sich von den Naturtönen des Schlosses inspirieren lassen und hat die Landung der Argonauten abstrahiert und völlig neu interpretiert.

Bilder mit Witz

"Meine Laune stellt sich automatisch auf sonnig, wenn ich Thurnau erreiche", sagt die Baden-Badener Künstlerin Andrea Baumgärtner. Sie hat technisch äußerst anspruchsvolle Bilder geschaffen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Und sie hat an ihrem "Speisekarten-Zyklus" weitergearbeitet: Mit viel Witz interpretierte sie die blumige Sprache der Asiaten neu - und erntete dafür vom Publikum Begeisterung und Reservierungen.

Robert Siebenhaar hat den Spagat zwischen Skultpuren und Malerei gewagt.Wolfgang Jäger aus Stegaurach hat Aquarelltechnik von ihrer Zartheit befreit und bewusst Spannungen eingebaut. Der tschechische Künstler Jan Tichy hat einen außergewöhnlichen Werkstoff für seine Werke gewählt: Hartfaserplatten. Sie wurden zum Medium für seine schweren Sessel.

Anna Vancátová hat sich vom mittelalterlichen Flair Thurnaus und von der Landschaft Frankens inspirieren lassen. Doch sie hat die Bilder ins Groteske weiterentwickelt.

Hühner mit viereckigen Eiern

Einzigartige Werke sind auch im Skulpturengarten entstanden: Phantasiegestalten, Hühner, die viereckige Eier legen, Abstraktes oder Skulpturen, die dem Betrachter Raum zur Interpretation lassen.

Bürgermeister Martin Bernreuther freute sich über die Aktivitäten. "Thurnau lebt von den kulturellen Veranstaltungen", sagte Bernreuther. Auch der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann war bei der Vernissage. "Kunst und Kultur sind die Würze des Lebens. Es hält die Gesellschaft zusammen", urteilte Kunstmann.

Das Symposium

Die Künstler Andrea Baumgärtner (Malerin, Baden-Baden), Doris Bocka (Malerin, Bindlach),

Wolfgang Jäger (Maler, Stegaurach), Michael Sauer (Steinskulpturen, Berlin/Thurnau), Rudolf Schneidmadl (Steinskulpturen, Ebelsbach), Robert Siebenhaar (Steinskulpturen, Frankenhaag), Florian Tully (Steinskulpturen, Gerolzhofen), Albrecht Volk (Steinskulpturen, Hallstadt),

TomᚠDolejš (Metallskulpturen, Karlsbad), Varvara Divisova (Malerin, Karlsbad), Lenka Sárová Malíská (Malerin, Karlsbad), Anna Schumacher (Malerin, Prag), Jan Tichy (Maler, Prag), Anna Vancátová (Malerin, Dobris)

Ausstellung Die Kunstwerke sind bis zum 26. September im Töpfermuseum und im Skulpturengarten von Michael Sauer in Thurnau zu sehen.