Alle Jahre wieder werfen sich die Kleinen beim großen Kulmbacher Gregori-Umzug in Schale, der heuer 500 Teilnehmer zählte. Die Mädchen hatten sich am Samstag mit Dirndl und Blumenkränzen im Haar fein herausgeputzt. Bei den Buben sah man vereinzelt Lederhosen und Tirolerhut.


"Ein Hingucker"

Die Schüler schwebten beim Kinderfest wieder auf Wolke 7. Vier Mädchen aus der Max-Hundt-Schule zählten auf, was ihnen am Traditionsfest, das es seit 600 Jahren gibt, so gefällt. "Wenn die Luftballons auf dem Marktplatz in den Himmel steigen, dann ist das für mich der schönste Moment", meinte Ida Schröppel (9). Carolina Wilmers (9) findet es toll, mit einem Blumenkranz auf dem Kopf herumzulaufen: "Das ist ein Hingucker." Dass alle Kinder eine große fröhliche Gemeinschaft bilden, freute Linda Eckert (10) und Luise Stübinger (9).

Neben der Oberen Volksschule, der Pestalozzischule und der Max-Hundt-Schule nahmen auch die Kindertagesstätten am Festzug teil. Die künftigen Abc-Schützen, die im Herbst eingeschult werden, trugen stolz ihre Schulranzen und Schultüten. Hunderte von Schaulustigen am Straßenrand verfolgten bei hochsommerlichen Temperaturen das Geschehen.


Gäste aus Peru

In ihrer Landestracht nahmen Gäste aus dem südamerikanischen Peru an dem Umzug durch die Altstadt teil. Die ISPA-Sprachenschule mit Sitz in Kulmbach hatte es wieder möglich gemacht. 28 Jungen und Mädchen von der deutschen Schule in Arequipa präsentierten sich von ihrer Schokoladenseite. "Mit unserer Kleidung zeigen wir unseren Gastgebern ein Stück peruanischer Kultur. Die Mädchen tragen Kleider von der Küste, die Buben Hosen, Westen und Hemden, wie sie im Hochland üblich sind", sagte die elfjährige Valentina Robles.

Bunte Farbtupfer steuerten auch die Kulmbacher Showtanzgarde, die Rokoko-Tanzformation des Vereins Tanzsport Kulmbach und die Stepptanzgruppe Treble Tappers bei. Mit zackigen Märschen sorgten die Stadtkapelle Kulmbach, die städtische Jugendkapelle und die Blaskapelle des Musikvereins Weiher für den richtigen Takt.


"Schöne Ferienzeit"

Vor dem Rathaus heftete 2. Bürgermeister Stefan Schaffranek Fahnenbänder an die Schulfahnen und wünschte den Kindern eine "schöne Ferienzeit". Als die Luftballons aufgestiegen waren, was nicht jedem gefiel, machten sich Schüler, Lehrer und Eltern auf den Weg in ihre Schulen.

Dort wurde weitergefeiert: bei Kaffee und Kuchen sowie allerhand Spielen wie Büchsenwerfen, Hockey, Slalom-Eier-Lauf oder Schweinchen-Stelzen-Lauf. In der Oberen Schule entführten die Schüler das Publikum mit Tänzen und Liedern nach "Neverland", dem Land von Peter Pan, wo Feen, Indianer und Piraten leben. In der Pestalozzischule zeigte die Arbeitsgemeinschaft Schulspiel ein Theaterstück.


Spendenlauf bringt 3300 Euro

Im Vorfeld von Gregori hatte die Pestalozzischule einen Spendenlauf organisiert, bei dem je 1650 Euro für den Ökumenischen Kinderhort und den Paul-Gerhard-Kindergarten zusammenkamen. Die Spende wurde am Samstag übergeben. Mit dem Geld wurde das zweite Hausaufgabenzimmer im Hort renoviert und ein Wasserspielplatz im Kindergarten finanziert.