In das städtebauliche Entwicklungskonzept werden neben dem Kasendorfer Altort auch das Sägewerk und der Bereich am Hinteren Markt aufgenommen.
Die Marktgemeinde Kasendorf will mit einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) den Kernort sanieren und weiterentwickeln. Ziel ist, für einzelne Projekte an Fördermittel zu kommen. In der Sitzung am Mittwochabend legte der Gemeinderat einstimmig ein entsprechendes Sanierungsgebiet fest, das im Wesentlichen den Altort enthält.
Das Büro IPU aus Erfurt hatte dazu einen Vorschlag unterbreitet, den die Verwaltung noch um zwei Bereiche ergänzte. Hier handelt es sich um das Gelände eines ehemaligen Sägewerkes und den Bereich am Hinteren Markt, wo die Bausubstanz einzelner Häuser schlecht ist.
Amschler: "Guter Anfang"
Verwaltungsleiter Herbert Schmidt erläuterte die weiteren Schritte. Nach der öffentlichen Auslegung folge noch Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken.
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Erst dann werde das geplante Sanierungsgebiet mit dem dazugehörigen Konzept als Satzung beschlossen.
Zweiter Bürgermeister Klaus Amschler, der die Sitzung leitete, stellte fest: "Damit ist ein guter Anfang gemacht. Darauf lässt sich aufbauen. Dieses Sanierungskonzept kann jederzeit noch ergänzt werden."
Erst mit dem Satzungsbeschluss sei das Verfahren abgeschlossen, meinte Herbert Schmidt. Monika Brandt sprach sich dafür aus, die frühere Diakoniestation mit in das Sanierungskonzept aufzunehmen. Zudem sollte geprüft werden, ob auch die Bereiche Friesenmühle und das Areal einer ehemaligen Schreinerei und Möbelfabrik Berücksichtigung finden können. Jörg Hargens wies darauf hin, dass das Sanierungskonzept nun öffentlich aufliegt. "Leute, die noch reinwollen, können sich ja in der Verwaltung rühren."
Die Wasserlieferung an den Markt Mainleus bereitet Probleme.
So kommt es immer wieder zu Wassereintrübungen, für die der Markt Mainleus jetzt erhebliche Aufwendungen vorgelegt hat. Wie Klaus Amschler berichtete, habe Mainleus für die jährliche Wasserlieferung 9625 Euro geltend gemacht, die Nachbargemeinde habe Kosten von 4202 Euro gegengerechnet, die für das Spülen des Versorgungsnetzes und die Laborkosten angefallen seien. Allein die Kosten für den Wasserwart beliefen sich auf knapp 3000 Euro.
Wer zahlt für Trübungen?
Damit war aber Dritter Bürgermeister Rainer Macht überhaupt nicht einverstanden, schließlich habe der Markt Mainleus das Rohrleitungsnetz von der Peestener Gruppe übernommen. Wenn jetzt in dem Netz Ablagerungen festgestellt würden, könne nicht der Markt Kasendorf dafür verantwortlich gemacht werden.
Mehrheitlich einigte man sich im Gremium darauf, dass lediglich rund 2000 Euro vom Markt Kasendorf übernommen werden.
Die Befestigung des Böschungsbereichs an der Gemeindeverbindungsstraße von Peesten nach Proß, die durch das Anbringen von Schutzplanken erfolgen sollte, soll bei einem Ortstermin des Gemeinderats mit den betroffenen Anliegern nochmals geprüft werden.
In Peesten stinkt es aus dem Kanal
Bürgermeister Klaus Amschler gab im Gemeinderat ein Schreiben der Anlieger aus der Judengasse in Peesten bekannt. Danach soll es dort wiederholt zu lang anhaltenden und äußerst unangenehmen Geruchsbelästigungen kommen. Das nicht nur an warmen Sommertagen, vielmehr beginne es immer wieder völlig unvorhersehbar, im Bereich der Kanaldeckel stark zu riechen. Der Gestank halte oft tagelang an und mache einen Aufenthalt im Freien sehr unangenehm.
Zuletzt war es nach dem Schreiben der Anlieger an Weihnachten so stark, dass der extreme Abwassergeruch sogar durch die Rohre der Hausanschlüsse in die Häuser gelangte. Wie Verwaltungsleiter Herbert Schmidt dazu berichtete, ist der Abwasserzweckverband um eine schnelle Lösung bemüht, man habe bereits das Ingenieurbüro eingeschaltet.
Die Gewerbesteuer sprudelt
Das Ergebnis der Jahresrechnung 2015 ist nach den Worten von Verwaltungsleiter Herbert Schmidt, der zugleich Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf ist, nicht "berauschend, aber auch nicht schlecht". Zumindest bei der Gewerbesteuer konnte der Markt Kasendorf mit Netto-Mehreinnahmen von knapp 300 000 Euro rechnen. Geplant war ihm zufolge eine Einnahme von rund zwei Millionen Euro, tatsächlich ließ die Gewerbesteuer Einnahmen von knapp 2,6 Millionen Euro in die Kasse sprudeln.
Die Rücklagen betrugen zum Jahresende 3,388 Millionen Euro. die Schulden der Marktgemeinde Kasendorf lagen zum 31. Dezember 2015 bei knapp 490 000 Euro.