Mit einem Lachen tritt Pfarrer Jürgen Rix (53) seine neue Pfarrstelle an. Denn für ihn ist das kein Sprung ins Ungewisse. Schließlich war Jürgen Rix von 1990 bis 1992 in Mangersreuth Vikar. "Das war eine schöne Zeit", sagt er.

Nach seinem Vikariat ist Jürgen Rix dann in seine Oberpfälzer Heimat Plößberg zurückgekehrt, war dort acht Jahre Pfarrer. "Dort sind auch unsere zwei Jungs geboren", erzählt der Pfarrer aus seinem Leben. Und als sein älterer Sohn Leopold (heute 19) in die Schule kommen sollte, hat er sich entschieden, sich lieber eine Pfarrstelle zu suchen, die näher an einer Schule liegt.

So kam Jürgen Rix nach Altenkunstadt. "Ich trat am 3. Oktober 2000 mein Amt an", erinnert sich Rix noch genau. 15 Jahre war er in Altenkunstadt Pfarrer. Jetzt hat er sich entschieden, wieder zu wechseln.
"Ich kenne die Mangersreuther Pfarrerin Bettina Weber noch vom Studium.
Und nachdem meine Vorgängerin weg war, ist der Plan dann gereift, dass ich die zweite Pfarrstelle antreten könnte", sagt Rix.

Familiär passt der Wechsel auch gut. Während der große Sohn Leopold (19) bereits bei den Gebirgsjägern in Mittenwald ist und wohl auch dort bleiben möchte, ist der jüngere Sohn Ferdinand (16) Ende des Schuljahres mit der Realschule fertig. "Die wird er natürlich in Burgkunstadt beenden. Aber dann möchte Ferdinand an die FOS in Kulmbach, für ihn ist meine neue Wirkungsstätte dann ein Vorteil", sagt Pfarrer Jürgen Rix.

Ehefrau auch am Wendepunkt

Ehefrau Isabell (49) steht ebenfalls an einem Wendepunkt. Denn sie ist gelernte Industriekauffrau, hatte den Pfarrverein Bayern geführt. Allerdings ist das Büro jetzt nach Augsburg verlagert worden. "Meine Frau macht jetzt eine Fortbildung zur qualifizierten EDV- und Buchhaltungsfachkraft ", verrät der Pfarrer und hofft, dass auch für sie der Wechsel erfolgreich werden wird.

Aktuell zieht er gerade mit seiner Familie im Pfarrhaus in der Herlas ein. Noch ist lange nicht alles an seinem Platz, sagt Pfarrer Jürgen Rix. "Und am ersten Maiwochenende muss ich noch mal nach Altenkunstadt. Denn ich habe zwei Jahre eine Großveranstaltung zum Thema Kirche und Kunst vorbereitet, zu der 600 Besucher erwartet werden", sagt der Pfarrer und ist zuversichtlich, dass er diese Stippvisite leisten kann. "Nach meiner Einführung werde ich gleich auf Konfirmandenfreizeit gehen", fährt Rix fort.

Ihm ist nicht bange, dass er sich in Mangersreuth gut eingewöhnen wird. "Ich werde jetzt erst einmal abwarten, wie die Gemeinde aufgestellt ist", erklärt er.

Jürgen Rix ist ein Mensch, der seine Hobbys liebt. Er ist ein passionierter Wanderer und Skitourengeher, er liebt die Berge und ist eigentlich immer im Training. "Und ich bin Hobbykoch. Ich mag alles mit Fisch, mache selber Pesto", erzählt Rix. "Und ich bin ein Italien-Fan." Damit hat es auch eine besondere Bewandtnis. Denn Jürgen Rix hat bei den Waldensern in Rom studiert. Noch heute spricht er fließend italienisch - und liebt die mediterrane Küche. "Und man hat immer gesagt, dass ich den besten Cappuccino mache."

Dass er für seine erste Predigt, ausgerechnet das Bild vom Hirten gewählt hat, mag angesichts der Italien- und Bergliebe nicht verwunderlich sein. Jürgen Rix betonte, dass er die Menschen nicht führen möchte im Sinne der Bevormundung, sondern dass er aktiv mithelfen möchte, die Zaghaftigkeit der Menschen, sich zum Glauben zu bekennen zu überwinden. Gemeinsam mit Pfarrerin Bettina Weber wollen sie eine gemeinsame Einheit in der Vielfalt finden. "Ein guter Hirte öffnet auch Türen für Außenstehende", hat sich Rix vorgenommen.

Dekan Jürgen Zinck vollzog die offizielle Installationshandlung in einem feierlichen Gottesdienst und überreichte dem neuen Mangersreuther Pfarrer, der die Gottesdienste in Mangersreuth abwechselnd mit Bettina Weber gestalten wird, die Urkunde.

Der Posaunenchor Strössendorf und die Chorgemeinschaft Forstlahm-Kauerndorf umrahmten den Installationsgottesdienst feierlich.

Für Stadt und Landkreis freute sich Christina Flauder, dass Jürgen Rix "zu seinen Wurzeln" zurückkehrt.
Auch Schulleiterin Heidi Koblofsky, Pastoralreferentin Bärbel Janzing, der Senior des Pfarrkapitels, Rolf Dieling, und der Vertrauensmann aus Mangersreuth, Thomas Weigel, hießen den neuen Pfarrer herzlich willkommen.
Pfarrerin Bettina Webe nutzte die Gelegenheit, um all den helfenden Händen, die ihr im Jahr der Vakanz unter die Arme gegriffen haben, zu danken.