So erging es dem Chef der Integrierten Leitstelle Bayreuth, Markus Ruckdeschel, und dem Bayreuther BRK-Kreisgeschäftsführer Peter Herzing, denen in der Sitzung des Kreisausschusses die Aufgabe zufiel, den Räten die drastische Ausgabensteigerung für den Betrieb der Leitstelle plausibel zu machen. Satte Aufschläge in nahezu allen Bereichen sorgten für unzufriedene Mienen. Beim einen oder anderen Kreisrat entstand beim Blick auf die Zahlen ganz offensichtlich der Eindruck, dass bei der Leitstelle überbezahlte Kräfte in einem Protzbau auf goldenen Stühlen sitzen. Die vereinfachte Darstellung im Kurzvortrag verleitete zu Rechenspielen: 1,72 Millionen Euro Personalkosten, 23,7 fest angestellte Mitarbeiter - macht 72.000 Euro Jahresgehalt pro Kopf?

Falsch! Die Disponenten bekommen ein monatliches Durchschnittsgehalt von 3200 Euro, dazu Schichtzuschläge von etwa 160 Euro.
Die restlichen Kosten entfallen auf Fortbildungen, Verwaltungskosten und 27 geringfügig beschäftigte Mitarbeiter, die bei besonderen Situationen zur Verstärkung anrücken. Das Beispiel zeigt: Zahlen verlangen nach Interpretation.

Dass die Kreisräte die Arbeit der Verantwortlichen in der Leitstelle anerkennen, steht außer Frage. Dass sie sich gegen explodierende Kosten wehren, ist ihr gutes Recht, sogar ihre Pflicht. Ruckdeschel und Herzing hatten in der Diskussion zwar keinen leichten Stand, aber der berechtigte Unmut der Kreisräte richtete sich nicht gegen sie, sondern gegen diejenigen, die die Kostenexplosion zu verantworten haben. Und die sitzen nicht in Bayreuth, sondern in München.

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