Bislang hielt Hans-Peter Kolb, der Chef der Kasendorfer Frischeier, in Heubsch 14 500 Hennen, jetzt möchte er einen neuen Stall mit Freilandgehege bauen - für weitere 22 500 Legehennen. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung, dass in Heubsch bis zu 40 000 Hennen Eier legen dürfen, hat er bereits 2005 beim Landratsamt prüfen lassen.
Bürgermeister Bernd Steinhäuser hatte noch einmal mit dem Chef der Kasendorfer Frischeier gesprochen. Denn vor allem der anfallende Hühnerkot hatte in der vergangenen Sitzung für Diskussion gesorgt. "Man muss Flächen nachweisen, zudem sei man in Verhandlungen mit einer Biogasanlage", erklärte Steinhäuser.

Immer größer, immer mehr

Der Kasendorfer Bürgermeister betonte, dass der Marktgemeinderat eigentlich keine Handhabe habe, den neuen Stall zu verhindern, wenn Hans-Peter Kolb die
immissionsschutzrechtlichen Auflagen erfülle. "Solch ein Stall ist ein Ausfluss der modernen Landwirtschaft: immer größer, immer mehr", sagte Steinhäuser. "Und was passiert eigentlich mit den Desinfektionsmitteln. Die kommen doch mit dem Kot auf die Felder", wandte Irene Ellner (CSU) ein.
Roland Hübner (CSU) positionierte sich klar gegen den Neubau. Denn Hübner befürchtet Geruchsbelästigung für die Anwohner in Krumme Fohre. "Bisher hielt sich die Belastung noch in Grenzen, aber wenn jetzt 40 000 Hühner dort gehalten werden, könnte dies Krumme Fohre, Peesten und vielleicht auch Heubsch betreffen", so Hübner und sagte klipp und klar: "Ich bin gegen so eine Eierfabrik. Das bin ich mir und meiner Ortschaft schuldig."

Gesprächsbedarf bei der Zufahrt

Schließlich brachten die Kasendorfer Marktgemeinderäte mit drei Gegenstimmen den Neubau auf den Weg. Gesprächsbedarf wird es noch mit dem Staatlichen Bauamt wegen der Zufahrt geben. Denn das Staatliche Bauamt Bayreuth geht davon aus, dass mit der Vergrößerung auch automatisch mehr Verkehr anfällt - doch davon sei nicht unbedingt auszugehen, betonte Steinhäuser. Für die Löschwasserversorgung müsse der Bauherr - also der Chef der Kasendorfer Frischeier - übrigens selbst sorgen.
Doch nicht nur der Neubau des Hühnerstalls beschäftigte die Gemeinderäte, sondern auch weitere Bauangelegenheiten. So hatten die Kasendorfer Räte nichts gegen den Erlass einer Satzung durch den Markt Thurnau einzuwenden, der einige Grundstücke in Hutschdorf in die Satzung Rottlersreuth II einbezieht. Und auch gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes durch die Stadt Kulmbach für das Baugebiet Forstlahm-Nord hatten die Räte nichts.


Neue Leuchten Mit der Bayernwerk AG Netzcenter wird ein Vertrag geschlossen, dass im Zuge der Ortsteilnetzerschließung zwei Mastleuchten für 3109,80 Euro neu errichtet werden sollen. Außerdem soll eine Überspannungsleuchte abgebaut und durch eine Mastleuchte ersetzt werden. Kosten: weitere 9231 Euro. Einige Heubscher hatten den Antrag gestellt, die Dachständer zu entfernen.

Breitbandausbau Zur Kenntnis nahmen die Marktgemeinderäte die Standorte für die Multifunktionsgehäuse im Zuge des Breitbandausbaus. Lediglich in Döllnitz und Peesten müssen die vorgeschlagenen Standorte überprüft werden. In Peesten soll das Gehäuse bei der Töpferei aufgestellt werden.

Schilder Der Markt Kasendorf schafft für 7000 Euro neue Straßenschilder an. Die Schilder sollen verblichene oder fehlende Schilder ersetzen.

Gebühren Der Markt Kasendorf übernimmt die Wasser- und Kanalgebühren in Höhe von 62,40 Euro und 53,76 Euro und entspricht damit dem Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Kasendorf.

Kindergarten Die Kirche verlangt für den Umbau des Kindergarten einen Abschlag in Höhe von 200 000 Euro. Der Markt Kasendorf hatte gegen diese Zahlung nichts einzuwenden.

Ortsumfahrung Zwei weitere Einwendungen gegen die Ortsumfahrung Döllnitz beschäftigten den Marktgemeinderat. Dabei ging es vor allem um Zuwege zu Feldern.