Das Schild an der Umgehungsstraße, das auf die Sperrung der Hofer Straße hinweist, passieren Tag für Tag Tausende von Autofahrern. Schon Monate steht es dort. "Wie lange noch?", fragen sich viele. Die Frage lässt sich schnell beantworten: Voraussichtlich bis Ende 2022 werden Verkehrsteilnehmer und Anlieger Geduld brauchen. Erst dann wird eine der größten Baustellen in der Stadt abgeschlossen sein.

Der Bereich um die Hofer Straße ist schon seit längerem Ziel umfangreicher Arbeiten. Sie dienen vor allem dem Schutz des Stadtteils vor Hochwasser. Zugleich wird ein neuralgischer Verkehrsknotenpunkt beseitigt: Am Fuße des Klinikumbergs entsteht ein Kreisel, der die unübersichtliche Situation dort für alle Zeit beseitigen soll. "Das wird der Abschluss der Maßnahmen sein", erklärt Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) dazu. Die Stadt investiert zusammen mit den Stadtwerken insgesamt 15,8 Millionen Euro. Der OB hofft für den Straßenbau auf bis zu 80 Prozent Förderung, für die Hochwasserfreilegung auf 65 Prozent.

Derzeit läuft der Bauabschnitt, der sich von der Caspar-Fischer-Straße bis Unterpurbach erstreckt. Die Arbeiten sind aufwendig, wie der Leiter des Tiefbauamts, Ingo Wolfgramm, sagt. Denn die Infrastruktur - Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Telefon und Internet - muss bei den Anliegern stets funktionieren. "Die Anwohner sind sehr kooperativ und geduldig", spricht er seinen Dank an die Betroffenen aus. Auch die Zufahrt zum Klinikum sei jederzeit gewährleistet, ergänzt der OB.

Noch in diesem Jahr sollen die Tiefbauarbeiten weitestgehend beendet werden. Wie Wolfgramm weiter erklärt, werde in etwa zwei Wochen noch die Fahrspur zwischen der Kreiselbaustelle und der Baustelle in der Hofer Straße ein Stück verlegt. Das werde aber keinerlei Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben. Der finale Straßenbau soll nach der Winterpause (ab 17. Dezember) im Frühjahr in der Hofer Straße beginnen und einhergehen mit dem Bau des Kreisverkehrs. Wann es genau wieder losgeht, hängt von der Witterung ab, da die Beton- und Asphaltierungsarbeiten erst ab bestimmten Temperaturen möglich sind.

Derzeit sieht es aber so aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. "Alles läuft, es gibt keine Probleme", versichert der Geschäftsführer der ausführenden Firma Günther-Bau, Steffen Groschupp. 15 Mann seien an den verschiedensten Ecken der Baustelle im Einsatz, unter anderem mit Ketten- und Radbaggern und mehreren Radladern. Auch ein neues Großbohrgerät wird genutzt. Denn es sind insgesamt 1400 Bohrpfähle einzubringen, die der Baugrubensicherung sowie der Gründung dienen. "Das ist eine enorme Zahl", sagt Ingo Wolfgramm. Der längste Bohrpfahl misst 16,30 Meter.

Einzig beim Erdaushub musste die Stadt umplanen. Weil die Deponie Kirchleus ertüchtigt wird, musste eine Zwischenlagerung für die 26 000 Tonnen Erdaushub, die allein in diesem Bauabschnitt anfallen, gefunden werden. Das Erdreich (Wolfgramm: "Alles untersuchtes, unbelastetes Material") wurde bei Melkendorf abgelagert, bis die Deponie wieder öffnet.