Besucher, die ins Gewürzmuseum eintreten, werden von einem bunten Bazar empfangen. Die Illusion von einem antiken Gewürzmarkt, inmitten eines orientalischen Ambientes soll perfekt sein, sagt die Geschäftsführerin der Mönchshof, Sigrid Daum, und gewährt einen Einblick hinter die weiße Staubschutzwand, die jetzt noch das Gewürzmuseum vom Bäckerei- und Biermuseum trennt. Doch wenn Sigrid Daum die Tür öffnet, gibt sie keinen Blick in eine märchenhafte Welt, die Interessierte sofort in ihren Bann ziehen könnte, frei, sondern in einen komplett dunkelgrauen Raum.

"Die Illusion kommt noch. Alles wird perfekt werden", sagt Sigrid Daum. "Wir wollen hier die Geschichte von Trockenheit, von Durst, von Hunger, Krankheiten erzählen. Wir werden hier ein Schiff aufbauen", erklärt Sigrid Daum und zeigt auf die Tür zum zweiten Raum. Durch das Schiff werden Besucher dann nach Venedig kommen. Denn dort wurde Welthandel mit Gewürzen getrieben. Das Museum will die Kaufleute und die Kunden zeigen. Und am Ende werden die Besucher dann in Nürnberg ankommen. Denn dort kamen die Gewürze an und wurden vom Weinschenk, vom Bierbrauer, vom Apotheker und vom Koch genauso wie vom Lebküchner benötigt.
In dem Kulmbacher Gewürzmuseum wird ein Botanikum aufgebaut - das Herzstück des Museums. Und auch Qualitätskontrolle einst und jetzt wird ein Thema sein. Zum Schluss kommen dann die Besucher in den Spice-Club, den Gewürzclub. Dabei handelt es sich um eine Plattform mit Ausblick in den Museumsshop. Und im "Spice-Club" können alle Gewürzbegeisterten dann nach Herzenslust in den musealen Büchern, die eigentlich unter Verschluss sind, digital blättern, nach Rezepten stöbern und mehr.

Bislang allerdings ist von all den bunten Kulissen, von farbenprächtigen Welten, von Schiffen, unendlich langen Wegen und von den Gewürzen selbst noch nicht viel zu erkennen. Stattdessen ist auch der Museumsshop komplett verdeckt. Im Boden klaffen riesige Löcher. In diese Löcher kommenn die Fundamente für die "Spice-Club"-Plattform.

Spezialisiert auf Museumsbau

"Das wird sich alles bald ändern" , sagt Stephan Kuhlmann. Er ist von der Firma Bel-Tec aus Berlin. Diese Firma ist spezialisiert auf die Kreation ansprechender Museen. Erst vor wenigen Wochen hat Bel-Tec das Modell-Museum der Bahn in Nürnberg fertig gestellt. Jetzt konzentriert sich die Berliner Firma auf die Konzeption des Gewürzmuseums.

"Wir sind mit vier Leuten vor Ort", sagt Kuhlmann. Jetzt in einer ersten Arbeitsphase werden MDF-Platten angeliefert. Dann werden bereits Teile montiert. Niko Schmelz, Thomas Linke, Guessele Olivier und Esedin Njim haben alle Hände voll zu tun. Die Anlieferung der Platten ist alles andere als einfach. "Einige Sachen sind schon vormontiert", sagt Kuhlmann und zeigt auf einen riesigen Kasten, der noch vor den Museen steht. Dort sind Bogenelemente aufeinandergestapelt. Diese Elemente werden für den Bazar benötigt. "Bis die richtigen Kulissen zu sehen sein werden, das dauert noch", so Kuhlmann.

Das Gewürzmuseum in Kulmbach wird eine Besonderheit werden. Die Texte und Bilder werden via Direktdruck aufgebracht. Dadurch verschleißen die Infotafeln nicht so schnell, erklärt Sigrid Daum.
Die erste Arbeitsphase der Berliner Firma dauert zehn Tage. Dann wird wieder in der Fertigung in Werder an der Havel montiert. Im Juli sind dann die Monteure wieder zehn Tage vor Ort. Und die Endphase, in der es dann am Spannendsten wird, beginnt ab 10. August. Schließlich soll das Museum am 16. Oktober eröffnet werden.