Der beste aller Ehemänner steht neben mir und schüttelt verständnislos den Kopf. Ich - in Arbeitshosen, verschwitzt und schön dreckig - buddele gerade im Kartoffel- und Zwiebelbeet, hacke den Boden zwischen den Pflanzen, damit Quecken und Disteln die Kulturpflanzen nicht überwuchern.

Das Ganze scheint mir auch noch Spaß zu machen, was den Herrn der Schöpfung sehr irritiert. Sich im Garten dreckig zu machen, ist nicht das, was er unter Entspannung versteht. Da putzt er sogar noch lieber freiwillig die Fenster - eine Aufgabe, für die wir uns beide nicht begeistern können.

Grundsätzlich hat mein Mann schon etwas übrig für unseren Garten. Gemütlich auf der Terrasse ein Buch lesen, etwas Leckeres grillen inmitten von Grün und Beerensträuchern - so kann man seine Zeit schon angenehm verbringen. Salat, Kräuter und Kartoffeln direkt aus dem Beet holen zu können, das ist auch nicht schlecht.

Zu gesund darf das Essen freilich nicht sein. Der Mann wäre kein Mann, wenn es ihn nicht zwischendurch nach Burger und Bratwurst gelüsten würde. Nur wächst beides dummerweise nicht verzehrfertig im Garten. Da hat die Natur einfach nicht mitgedacht. "Wenn es Burger-Petunien und Ketchup-Clematis gäbe, hätte ich längst mein eigenes Beet. Ich würde dort sogar Unkraut zupfen", versichert der Möchtegern-Fastfood-Gärtner großspurig.

Das würde ich tatsächlich gerne sehen! Realistischer ist allerdings, dass wir bei unserer bisherigen Aufgabenteilung bleiben: Er brutzelt den Burger, und ich kümmere mich darum, dass der Nachschub an Salatblättern, Gurken und Tomaten nicht ausgeht.