Findet der Bauer doch noch seine Frau?

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Symbolfoto: Archiv/Julian Stratenschulte, dpa
Symbolfoto: Archiv/Julian Stratenschulte, dpa

Sie flimmert wieder über die Bildschirme. Die Kuppel-Sendung über das Paarungsverhalten liebestoller Landwirte.

Und ich gebe es zu: Ich sitze Montagabend vor dem Fernseher und beobachte mit gemischten Gefühlen das bunte Treiben der Bauern im heiratsfähigen Alter (und deutlich drüber).

Da spielt zum einen das Gefühl von Fremdschämen eine große Rolle - zum anderen ist es Mitleid. Mitleid, weil man genau sieht, dass manch einer der Schweine-, Rinder- und Pferdezüchter, Schäfer oder südafrikanischer Sunnyboys noch nicht einmal den Unterschied zwischen Frau und Mann kennt und aus selbigem Grund ganz erschrocken in die Kamera blickt, wenn ein Exemplar des anderen Geschlechts mit großem, naja - eben seine Gunst auf sich lenken will.

Fremdscham kommt in mir hoch, wenn ich sehe, wie der Fernsehsender das Ganze inszeniert, so dass selbst der letzte naive Zuschauer erkennt, wie unwahrscheinlich gestellt die Szenen sind. Doch irgendwie kommt manchmal dennoch die Authentizität der Bauern durch, in manch einer Szene merkt man, dass sie es einfach nicht schaffen, sich fortlaufend zu verstellen.

Und es gibt sie ja wirklich: Bauern, die in der Sendung die wahre Liebe gefunden haben und sogar unter die Haube gekommen sind. Das macht diese Sendung dann wohl seit Jahren so erfolgreich und für die nächsten Wochen wieder zum Pflichtprogramm vieler Deutscher - zugegebenermaßen einschließlich mir! Und wenn mir dann, so wie letztes Jahr, einer der Kultbauern auf dem Bierfest über den Weg läuft, bestärkt mich das in meinem Gefühl, dass sie eben auch nur Menschen wie du und ich sind.