Lisa-Marie und Svenja haben sich für den festlichen Anlass extra hübsch gemacht: die Haare aufwendig geflochten, ein paar glitzernde Ohrringe, die neuen Kleidungsstücke angezogen, die sie sich zu Weihnachten kaufen durften. Die Einladung zum Essen bei "Alla Rustica" ist für die beiden Mädchen und die 14 weiteren Kinder und Jugendlichen des Rehbergheims etwas ganz Besonderes, auf das sie sich schon lange gefreut haben. Im Rahmen unserer Advents-Spendenaktion wollte die Familie Lubiato den Kindern noch eine Extra-Freude machen und lud deshalb alle mit ihren Betreuern zum Abendessen in ihr Lokal ein.

"Möchte erst jemand etwas sagen, oder dürfen wir schon anfangen?" fragt Dominik, eines der ältesten Heimkinder, höflich, als die knusprigen Pizzen auf dem Tisch stehen. Sie dürfen. Geredet wird später.

"Mein Lieblingsessen!" strahlt Lisa-Marie.
"Meins auch", sagt André, der der 14-Jährigen gegenübersitzt. "Das ist so nett, dass wir hierher eingeladen wurden", sagt er. Dass so viele Menschen Geld gespendet haben, damit jedes Kind sich einmal etwas Schönes zum Anziehen aussuchen darf, kann er kaum glauben. "Das ist so lieb von den Leuten!"

Zum Pizza-Essen sind auch Vertreter des Kiwanis-Clubs gekommen. Es gibt Umarmungen von den Kindern für Präsidentin Anja Gimpel-Henning ebenso wie für Past-Präsidentin Rosi Müller und Sabine Bordon und natürlich auch für Anka und Ermanno Lubiato, die ebenfalls Mitglieder der Kiwanis sind. Die Kinder kennen sie gut, denn die Kiwanis haben in den vergangenen Jahren schon mehrfach größere Spenden für das Rehbergheim gegeben und die gezielte Förderung einzelner Kinder ermöglicht.


Schon viele Kinder eingeladen


Auch Einladungen zum Pizza-Essen gab es schon mehrfach - und das nicht nur für die Rehbergheim-Kinder, sondern auch für Gruppen der Werner-Grampp-Schule, der Tagesstätten, der ambulanten Dienste, des familienentlastenden Dienstes und des Kinderhorts.

Die Idee dazu, solche Einladungen für behinderte oder anderweitig benachteiligte Kinder und Jugendliche regelmäßig auszusprechen, hatte Anka Lubiato vor drei Jahren und begeisterte die Kiwanis dafür. Die Kosten teilen sich die Inhaber mit dem Serviceclub. "Ich liebe Kinder und freue mich mit ihnen, wenn sie glücklich sind", sagt die Initiatorin. "Es ist uns wichtig, dass auch diese Kinder immer wieder gemeinsam etwas Schönes erleben können."

Das Treffen war der krönende Abschluss der Aktion, die wir mit "Franken helfen Franken", dem Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken, im Advent gestartet hatten. Die BR bat damals um Spenden, um den geistig und mehrfach behinderten Kindern zu Weihnachten eine Freude machen zu können.

Das Ergebnis der Aktion übertraf alle Erwartungen: Rund 23 000 Euro sind für den guten Zweck insgesamt zusammengekommen. Die größte Einzelspende kam mit 5000 Euro von der Wasserbaugesellschaft Kulmbach, die Kiwanis haben 500 Euro dazu gegeben.

Viel Geld, von dem die Rehbergheim-Kinder lange etwas haben werden. Davon konnten nicht nur die bescheidenen Weihnachtswünsche der Kinder erfüllt werden, sondern es können auch Musikinstrumente und Kettcars angeschafft sowie Freizeiten für diejenigen Kinder finanziert werden, die aus Geldmangel normalerweise nicht mitfahren könnten. Und natürlich wird dieses Jahr jedes Kind auch ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk bekommen.


Spenden machen vieles möglich


Heimleiterin Friederike Ködel und den Mitarbeitern des Sieben-Tage-Internats ist es wichtig, dass "ihre" Kinder an alltäglichen Dingen teilhaben können, auch wenn dies aufgrund ihrer Behinderungen und wegen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten oft schwierig ist. "Diese großzügigen Spenden machen vieles möglich, das unsere Kinder und Jugendlichen sich sonst nie leisten könnten."