Zehn Minuten, nachdem Ministerpräsident Markus Söder am Dienstagnachmittag bekannt gegeben hat, dass in Bayern ab Montag beim Einkaufen und im Nahverkehr FFP2-Masken getragen werden müssen, setzte in Kulmbach der Ansturm auf die Drogerien und Apotheken ein. "Die Tür ging auf und nicht mehr zu", erzählt Nadine Litt-Hartung, Filialleiterin des dm-Marktes in der Albert-Ruckdeschel-Straße. Innerhalb kurzer Zeit waren alle Bestände verkauft, und das, obwohl man bewusst darauf geachtet habe, die FFP2-Masken nur in haushaltsüblichen Mengen abzugeben. Das heißt: eine Packung mit fünf Masken pro Person. "Damit kommt man ja erst einmal über die Runden", so Litt-Hartung. Mitte nächster Woche wird im dm-Markt die nächste Lieferung erwartet, dann gebe es voraussichtlich wieder Nachschub.

Während auch in der Drogerie Müller die Regale mit FFP2-Masken seit Dienstagnachmittag leergefegt sind, gibt es die Schutzmasken in den Apotheken in Stadt und Landkreis noch zu kaufen, wie eine stichpunktartige Abfrage ergeben hat. Zwar sei überall der Ansturm seit einem Tag riesig, doch bei jeder Nachfrage hieß es auch: "Wir haben noch welche." Und das wird wohl auch so bleiben, denn mit Lieferengpässen rechnet niemand.

Risikogruppen müssen Masken selbst kaufen: Coupons teilweise noch nicht versandt

Ein Problem sei allerdings, dass gerade die über 60-Jährigen, denen ja eigentlich kostenlose FFP2-Masken zustünden, diese nun regulär kaufen müssen, weil die entsprechenden Coupons offenbar von den meisten Krankenkassen noch nicht verschickt worden sind. "Wir haben noch keinen einzigen gesehen", heißt es zum Beispiel in der Frankenwald-Apotheke in Stadtsteinach.

Der Pressesprecher der DAK Bayern, Stefan Wandel, sagt dazu: "Die DAK hat Ende vergangener Woche die ersten 895 000 Gutscheine für die FFP2-Masken von der Bundesdruckerei erhalten. Diese wurden zusammen mit dem Anschreiben der Bundesregierung bereits an unsere Versicherten verschickt." Allerdings erfolge dies in einer Priorisierung. Zuerst werden Personen ab 75 Jahren angeschrieben, anschließend Personen ab 70 Jahren und Jüngere mit bestimmten Risikofaktoren, zuletzt alle Versicherten ab 60 Jahren. "Sobald weitere Gutscheine der Bundesdruckerei eintreffen, gehen diese sofort in den Versand. Wir gehen aber davon aus, dass sich dies bis Anfang Februar hinziehen kann", so Wandel.

Von der Pressestelle der AOK Bayern gibt es folgende Auskunft: "Die ersten 500 000 Coupons sind jetzt bei uns eingetroffen - wir sind gerade dabei, diese zu versenden. Wir erhalten die Coupons Zug um Zug von der Bundesdruckerei, wobei wir keine genauen Angaben machen können, wann sie jeweils bei uns eintreffen."

Coupons bei Krankenkassen eingetroffen: "Sind dabei, sie zu versenden"

Mit den fälschungssicheren Gutscheinen können in zwei Terminschienen jeweils sechs FFP2-Schutzmasken gegen eine Eigenbeteiligung von jeweils zwei Euro in den Apotheken abgeholt werden. Der erste Coupon kann bis einschließlich 28. Februar eingelöst werden, der zweite vom 16. Februar bis einschließlich 15. April.