Seit dem Wochenende ist das Thurnauer Freibad geschlossen. Das heißt aber noch lange nicht, dass in dem Bad Ruhe einkehrt. Das Gegenteil ist der Fall: Bademeister a.D. Bertram Holhut und Klaus Dworschak sind derzeit dabei, das Bad winterfest zu machen. Und da haben sie alle Hände voll zu tun.

Was ist alles zu machen? Zunächst muss die Chlorgas-Anlage abgestellt werden, damit kein Chlor mehr im Becken ist. Dann wird die Filteranlage gründlich gespült, sämtliche Absperrschieber und Pumpen werden entwässert, die Wasserleitungen entleert. "Das gilt auch für die WCs, den Kiosk und die Rutsche. Halt überall, wo Wasser ist", erklärt Bertram Holhut.

Der Spiegel des 1500 Kubikmeter fassenden Schwimmbeckens wird um 30 Zentimeter abgesenkt. "Wir haben schräge Wände, das hat den Vorteil, dass im Winter das Eis nach oben wachsen kann", schildert der scheidende Bademeister einen der großen Vorteile des Thurnauer Freibads. Gemeinsam mit Klaus Dworschak sammelt er die Roste rund ums Becken ein und reinigt die Überlaufrinnen. Auch das Sprungbrett, die Startblöcke, die Einstiegsleitern und die Lautsprecher werden abmontiert und eingelagert.

Wenn das 50 auf 15 Meter große und 3,60 Meter tiefe Becken soweit vorbereitet ist, "kommt ein Überwinterungsmittel rein". Das verhindert die Algenbildung. "Wenn man dann im Frühjahr mit dem Dampfstrahler kommt, geht der Dreck weg wie Butter", weiß Holhut aus Erfahrung.

"Eine Woche ist einer schon drüber, bis alles erledigt ist", sagt Holhut, der heuer seine letzte Saison im Freibad hatte. Er ist froh, dass alles unfallfrei verlaufen ist. "Dann kann man aufatmen. Ich denke, das geht jedem Bademeister so."

Bis 1. April liegt das Thurnauer Freibad im Winterschlaf. "Im Frühjahr gibt es wieder jede Menge Arbeit, um das Bad für den Sommer herzurichten." Das ist dann aber die Aufgabe von Jeanette Kurz, der neuen Bademeisterin ...
Für nächstes Jahr ist eine größere Baumaßnahme geplant, berichtet Bürgermeister Dietmar Hofmann. Denn das Dach des Freibadgebäudes ist marode und muss erneuert werden. Im Zuge der Arbeiten soll eine Photovoltaikanlage mit aufs Dach. Den erzeugten Strom könne die Gemeinde dann selbst nutzen. "Wir zahlen jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag für Strom, weil die beiden Pumpen echte Energiefresser sind." Die Photovoltaikanlage werde sich also in kürzester Zeit bezahlt gemacht haben, ist Hofmann überzeugt.

Die Vergabe des 40 000 Euro teuren Maßnahmenpakets stand am Montagabend auf der Tagesordnung des Gemeinderats.