Leicht gefallen ist ihm die Entscheidung beileibe nicht: Bernhard Wagner schließt Ende September die Thurnauer Schlossbräu. Gesundheitliche Probleme, die sich schon über eine Jahr ziehen, machen dem 54-Jährigen so schwer zu schaffen, dass er die Gaststätte schweren Herzens aufgeben muss. Das trifft nicht nur die Gäste und Stammkunden, sondern auch die Initiatoren der geplanten Kommunbräu.

Über neun Jahre war Bernhard Wagner Pächter der Schlossbräu. "Aber so kann ich nicht weitermachen", sagt der Wirt und Jäger, der für seine Wildspezialitäten weit über den Markt hinaus bekannt ist. Vielleicht wäre Wagner geblieben, wenn nicht noch ein weiteres Problem hinzugekommen wäre: der Fachkräftemangel.
"Es ist ganz schwer, Personal zu bekommen."

Dass das Ende der Schlossbräu relativ abrupt kommt, bedauert Wagner: "Eigentlich war geplant, einen Nachpächter zu suchen, der in meinem Sinne weiter macht." Das bedeutet fränkische Spezialitäten im Schatten des historischen Thurnauer Schlosses zu servieren.

Dass nun ein griechisches Lokal in den Räumen der Schlossbräu eröffnet werden soll, passt nicht nur Bernhard Wagner, sondern macht auch den Initiatoren der Kommunbräu einen Strich durch die Pläne.
Die Kommunbrauer wollten in den Räumen der Schlossbräu eigentlich nach Kulmbacher Vorbild eine Brauerei errichten nach dem Motto: fränkisches Bier und fränkische Spezialitäten. "Da hat die Gaststätte so gepasst, wie sie Bernhard Wagner aufgebaut hat", erklärt Karl-Heinz Lauterbach, der Sprecher der Kommunbräu-Initiative. "Wir wollten damit sogar überregional werben und Touristen anlocken." Aber: "Ein griechische Lokal und fränkische Brautradition - das funktioniert so nicht."

Nach den Worten von Karl-Heinz Lauterbach wurde versucht, den Besitzer des Gebäudes, der in München lebt, noch umzustimmen. Dass man da auf Granit gebissen hat, kann Lauterbach nicht verstehen: "Er hat uns über Jahre hinweg in unseren Plänen bestärkt." Und nun das. "Wir haben sogar angeboten, kurzfristig die Genossenschaft zu gründen, das ganze Areal zu pachten und eigenständig nach einer Lösung zu suchen." Alles vergeblich.
Wie geht es nun weiter? Das erklärt der zweite Sprecher der Kommunbräu-Initiative, Gerald Müller: "Die Pläne für die Brauerei werden zunächst auf Eis gelegt." Es sei denn, die Mehrheit der Genossen entscheidet sich anders. Der finanzielle Schaden hält sich derweil glücklicherweise in Grenzen. "Bisher ist alles von den Initiatoren getragen worden", erklärt Karl-Heinz Lauterbach. Die Genossen hätten bislang nur Absichtserklärungen abgegeben und noch nichts eingezahlt.

Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/Offene Liste) bedauert die Entscheidung Wagners, die Schlossbräu zu schließen. Auf der anderen Seite ist er froh, dass der Gaststättenbetrieb nahtlos weiter geht. "Das Schlechteste wäre, wenn das Lokal auf Dauer geschlossen ist."

Für die Kommunbrauer hat er noch die Hoffnung, das Projekt in einem anderen Gebäude in Thurnau umzusetzen.