Sommer - endlich! Die Sonne lacht, und wir können die Natur und den eigenen Garten in vollen Zügen genießen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell alles wächst und sich die Blütenpracht entfaltet, wenn es mal ein paar Tage richtig schön warm ist.

Alles? Nun, in Sachen Wachstum gibt es da doch nennenswerte Unterschiede. Ich werde das Gefühl nicht los, das am schnellsten wächst, was ich am wenigsten gebrauchen kann. Beispiel Rasen: Ein Zentimeter Gras wächst so schnell wie 20 Zentimeter Brennnesseln, der vorgestern im Erdbeerbeet ausgerupfte Giersch zeigt heute schon wieder frische Blättchen - entschieden mehr als wir essen können, auch wenn das Wildkraut noch so gesund ist.

Noch krasser sieht's im Gemüsebeet aus: Salat, Erbsen und Möhrchen entwickeln sich prima, diverse tief- und breitwurzelnde Beikräuter schießen aber mindestens drei Mal so schnell in die Höhe und räubern Platz und Nährstoffe.

Chancengleichheit? Im Reich der Pflanzen gilt knallhart das Recht des Stärkeren. Hier regiert die Ellenbogengesellschaft: Werden die Schwachen nicht von fürsorglicher Menschenhand gepäppelt, gehen sie unter.

Also heißt es täglich: Ab ins Beet - jäten, lockern, ein wenig düngen. Eine Schüssel voll Salat aus eigenem Anbau kostet tatsächlich ein wenig Mühe. Nun hoffe ich, dass die immer zahlreich anwesenden Schnecken und Mäuse zumindest so viel Anstand zeigen, uns unseren Anteil an der zu erwartenden Ernte übrig zu lassen!