Es müsste schon viel passieren, bevor ich fürs Einkaufen zum Testen gehe", sagte mir eine Freundin gestern, als wir uns über die ersten Lockdown-Erleichterungen seit langer Zeit unterhalten haben. "Click & Meet" - zu kompliziert, zu viel Planungsaufwand: Termin vereinbaren, vorher zum Testen gehen oder vor Ort einen Test machen, aufs Ergebnis warten, dann ins Geschäft gehen. Das ist nicht nur meiner Freundin zu umständlich. Mir geht es genauso.

Ich hätte gestern sogar einen gültigen Test in der Tasche gehabt, aber auf die Schnelle ist mir gar kein Geschäft eingefallen, wo ich für die Mittagspause schnell einen Termin hätte vereinbaren wollen.

Und wenn ich ehrlich bin: Ich fühle mich gar nicht wohl, mit Termin in einen Laden zu gehen und dann dort vielleicht nicht das Passende zu finden. Dann müsste ich am Ende mit leeren Händen und schlechtem Gewissen das Geschäft wieder verlassen, das doch jetzt dringend Umsatz bräuchte.

Außerdem: Ich sehe nicht wirklich ein, warum ich in einem Schuhgeschäft oder in der Buchhandlung einen Termin machen muss, während ich im Supermarkt größeren Menschenansammlungen nur schwer ausweichen kann.

Aber so sind die Regeln. Deshalb reduziere ich jede Art Einkauf auf das unbedingt Notwendige. Alles andere muss halt warten. Sobald spontane Einkaufsbummel wieder möglich sind, freue ich mich darauf, eine Jeans oder ein paar Schuhe anzuprobieren und mir zu kaufen, was ich anfassen kann, was mir gefällt und passt.

Ich hoffe mit allen Händlern und sicher auch den meisten Kunden, dass das bald der Fall ist. Damit es noch Geschäfte gibt, in die wir gehen können.