Den ganzen Tag war das Wetter grau in grau. Doch Samstagabend verzogen sich die Regenwolken, der Himmel wurde blau, mediterran das Wetter. Tausende von Kulmbachern kamen zur italienischen Nacht auf den Marktplatz, der sich in Piazza verwandelte: Dolce Vita mit kulinarischen Köstlichkeiten und automobile Kostbarkeiten der Marke Ferrari.

Doch es waren nicht nur die italienischen Spezialitäten wie Pizza, Pasta und Antipasti, die sechs Köche für einen guten Zweck zubereiteten, Gelato, Vino und Cappuccino, die die italienische Nacht zum Sommermärchen machten. Viele Details - wie zum Beispiel der Scroppino-Stand von Augusto de Pellegrin, der die italienische Spezialität aus Fruchtsorbet, Wodka und Prosecco anbot - wirkten zusammen und sorgten für die unvergleichliche Atmosphäre auf Kulmbachs Piazza.

Für Liebhaber klassischer fränkischer Genüsse gab es zwischendurch Bier und Bratwürste. Denn italienische Lebensfreude lässt sich ja auch mit heimischen Genüssen zaubern.

Ansturm auf Antipasti

Die Antipasti-Köche kamen wegen des Ansturms ganz schön ins Schwitzen. Anzeigenleiter Bernd Seidel von der Bayerischen Rundschau half tatkräftig mit, rieb den guten Parmigiano über die vorbereiteten Platten. Die sechs Köche hatten mit 500 Portionen geplant, mussten schließlich 800 Gerichte kredenzen - und dann ihren Stand schließen. Doch es gab ja noch genug andere Spezialitäten. Und die Band "NapoliLatina" übertraf sich selbst mit ihrer Mischung aus italienischer Musik und fetzigen lateinamerikanischen Rhythmen.

Die Hauptattraktion der italienischen Nacht war natürlich rot - eine Ferrari-Parade durch die Kulmbacher Innenstadt. Große und kleine Männer zückten ihre Fotohandys, Digicams und Kameras, um die prachtvollen Autoträume festzuhalten. Aus ganz Deutschland kamen die Gefährte. Den Korso führte Wolfgang Isert aus Fassoldshof an mit seinem, einem etwas anderen Ferrari: außen schwarz, innen kamelfarben und einem gelben Tacho. "Der ist schon gut, schaut schon gut aus. Aber rot ist auch nicht schlecht", kommentierte der kleine Leon Hutschreuther (6) aus Neuenmarkt die Erscheinung des Luxus-Wagens.

Begeistert war aber nicht nur der kleine Mann, auch die großen Männer und Frauen kamen bei den noblen Karossen mit ihren vielen Pferdestärken unter der Haube ins Schwärmen. Wer würde nicht gern so einen roten Renner aus der italienischen Sportwagen-Schmiede sein Eigen nennen?

Die Leiden der Ferraristi

Doch die Ferraristi holten die "Träumer" auf den Boden der Tatsachen zurück. So erzählte Stefan Kellermann aus Bamberg, dass er mit seinem knall roten Ferrari nicht in eine Tiefgarage fahren kann. "Man kann auch nicht einparken ohne Einweiser. Man sieht einfach nichts", sagte er und verriet noch mehr: "Jeder Maulwurfshügel wird zum unüberwind baren Berg. Mit einem Ferrari kann man auch nicht kurz mal auf den Gehsteig fahren. Meiner hat nur neun Zentimeter Bodenfreiheit. Aber der Ferrari war mein Kindheitstraum, er ist einfach schön. Und Margareta Kellermann betont: "Ein Ferrari ist nicht praktisch, er ist wie eine schöne Frau: ein bisschen unvernünftig, und er kostet Geld." Mit ihrem roten Flitzer seien sie aber gerne zur italienischen Nacht nach Kulmbach gekommen.