Für Diana Miskolci aus Himmelkron hat sich im Juni 2014 das ganze Leben verändert. Damals wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie hat gekämpft, musste operiert werden, hat eine Chemotherapie bekommen. Erst gestern ist sie von der Reha zurückgekommen - zurück in ein neues Leben.

Doch die Weichen, für ein neues Leben hat Diana Miskolci schon früher gestellt. Noch während ihrer Behandlung hat sie Näherinnen gesucht, die für andere Brustkrebspatienten solche Herzkissen nähen, wie sie eines hat. Denn dieses Herz aus Stoff schenkte ihr während all der schwierigen Zeit unglaublich viel Trost.

Tag und Nacht

"Dieses Herzkissen bedeutet mir sehr viel", sagt Diana Miskolci und drückt ein zart gemustertes Herzkissen an sich. So, wie sie es in den letzten Monaten oft getan hat. "Ich bekam es kurz nach meiner Brust-OP. Es begleitete mich in den ersten Tagen meines neuen Lebens - Tag und Nacht. Mit ihm fühlte ich mich nicht alleine. Wenn ich es an mich drückte, fand ich ein bisschen Geborgenheit, Wärme und Trost", erzählt Diana Miskolci.

"Seit der Diagnose, die meine heile Welt zusammenbrechen ließ, habe ich so vieles ,Positives' erleben dürfen, und mein erstes wunderbares Erlebnis war - dieses Herzkissen", erzählt Diana Miskolci.

"Leider kann ich selbst nicht nähen, aber meine Mama", berichtet Miskolci. Und deshalb hat Brigitte Schorr, die Mama der Patientin, mit anderen Frauen angefangen, solche Kissen zu nähen - für viele Patienten am Klinikum Kulmbach. Inzwischen besteht das Nähteam aus acht Frauen.

Aus den USA nach Europa

Die Erkenntnis, dass solch ein Herzkissen Linderung bringen könnte, hatte übrigens die Krankenschwester Nancy Friis-Jensen aus Dänemark. Sie brachte die Herzkissen aus den USA nach Europa - und inzwischen fertigen viele ehrenamtliche Helfer solche Kissen, die ausschließlich in Krankenhäusern verschenkt werden.

"Nach der Operation habe ich mir das Herzkissen unter die Achsel geklemmt, das entlastet den Narbenbereich", sagt Diana Miskolci. Die Kissen entlasten die Lymphabflussbahnen in der Achselhöhle, lindern Druckschmerzen und helfen bei der Entstauung der operierten Seite. Außerdem bieten sie Schutz bei ruckartigen Bewegungen und erleichtern auch das Liegen auf der Seite. Doch die Herzform wirkt auch seelisch. "Ich habe mein Herzkissen immer dabei gehabt wie ein Trostpflaster", sagt Miskolci.

Jetzt möchte sie auch Spendenbüchsen für die Fertigung von Herzkissen in Kulmbach aufstellen, damit die Produktion weiter gehen kann.

Seit Januar werden die Herzkissen im Klinikum Kulmbach verteilt. Das übernimmt der psychoonkologische Dienst, bestehend aus den Psychologen Jürgen Wickles und Katharina Weiß. Seit drei Jahren gibt es am Klinikum in Kulmbach einen solchen Dienst, der sich mit dem Befinden der Patienten auseinandersetzt, der sich Zeit nimmt, der Gespräche führt und auch Mut zuspricht.

"Als Arzt hat man nicht immer die Zeit, richtig zuzuhören. Zudem ist bei uns die Verweildauer bei 5,7 Tagen. Deshalb haben Ärzte oft für die Psyche, die nach solch einer Diagnose belastet ist, wenig Zeit", sagt Markus Hirschmann, Facharzt für innere Medizin und leitender Arzt der medizinischen Klinik Schwerpunkt Gastroenterologie, Onkologie und des Darmzentrums.

Ein offenes Ohr

Der psychoonkologische Dienst ist Pflicht für Darm- und Brustzentren. Die Betreuung der Patienten ist ungeheuer wichtig, erklärte der Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft, Markus Besseler, zum dreijährigen Bestehen des psychoonkologischen Dienstes in Kulmbach. "Gerade in der akuten Phase der Behandlung fühlen sich viele sehr belastet durch die Diagnose und Therapie. Ein offenes Ohr und Verständnis für ihre Situation helfen ihnen, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen", sagt Katharina Weiß.

Doch nicht nur die beiden Psychologen leisten wertvolle Hilfe, sondern auch Brigitte Botlik, die Leiterin der Selbsthilfegruppe für Frauen in Kulmbach, Barbara Lindner von der Selbsthilfegruppe II für Frauen nach Krebs aus Kulmbach und Brigitte Simon und Ursula Bräcklein von SenoCura - einer Vereinigung, die Patienten in der ersten Phase ihrer Erkrankung hilft und sie in den Kliniken begleitet.


Spendenkonto

Wer für die Aktion "Ein Herz für jede brustkrebskranke Frau!" spenden möchte kann dies auf folgendem Konto tun: Bayerische Krebsgesellschaft, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE027 002 0500 0007 801 700, Verwendungszweck: "Herzkissenaktion Kulmbach".