Vor einem Jahr lernte Johanna Kufner in den USA Sophia Rough kennen. Jetzt kam die Amerikanerin zum Gegenbesuch.
Es ist genau ein Jahr her, dass die damalige Abiturienten und jetzige Studentin für Biochemie, Johanna Kufner (19), mit einem beeindruckenden Erlebnis von ihrem Amerika-Trip wieder nach Hause zurückkehrt: einem Empfang im Weißen Haus in Washington, dem Amtssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Barack Obama bekam die junge Neuenmarkterin dabei allerdings nicht zu Gesicht. Ermöglicht worden war ihr das durch den Gastbesuch an der Gallaudet University in Washington, der einzigen Universität für Gehörlose in den USA.
Flugreise als Belohnung fürs Abitur
Johanna Kufner ist selbst hörbehindert und hat vor einem Jahr ihr Abitur am Caspar-Vischer-Gymbnasium mit einem Notendurchschnitt von 1,2 geschafft. Als Belohnung haben ihr ihre Eltern damals die Flugreise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gesponsert.
1#googleAds#100x100
Johanna Kufner bereiste auch die Ostküste Amerikas und machte einen Abstecher zu den Niagara-Wasserfällen an der Grenze zwischen dem US-amerikanischen Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario.
Und in Amerika lernte sie beim Sommerprogramm an der Gaullaudet University eine ähnlich hörbehinderte junge Frau kennen. Kürzlich war die gleichaltrige Sophia Rough für einige Tage bei ihr zu Gast, um auch Land und Leute kennenzulernen. Als sie vor wenigen Tage wieder in Richtung Heimat flog, war Sophia von Franken sowie den Bergen und Seen in Bayern und Österreich begeistert.
Von Anfang an verstanden
Johanna Kufner blickt noch einmal zurück auf das Kennenlernen in Amerika: "Man muss sagen, die USA sind nicht Europa. Es ist vieles ganz anders, die Amerikaner sind offener und lockerer. Sie sprechen einen einfach an.
Hier bei uns in Deutschland würde man nur nebeneinanderstehen. Schon am zweiten Tag waren wir richtig gut befreundet. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und das blieb bis zu letzten Tag an der Uni. Und uns war dann auch klar, dass wir uns wiedersehen wollen und bereits ein Jahr später hat es dann auch geklappt."
Die Wiedersehensfreude war natürlich bei beiden riesengroß, gemeinsam mit der Familie und Bekannten wurde gebührend gefeiert. Auf dem Programm stand auch ein Besuch am Trebgaster Badesee. Johanna Kufner: "Es war an dem Tag sehr heiß und da kam eine Abkühlung im Badesee gerade recht." Es folgten Abstecher nach Bayreuth und Kulmbach mit einem Besuch der Plassenburg.
"Auch da war es sehr heiß, wir sind zu Fuß zur Plassenburg hochgelaufen."
Das Internet verbindet
Zu Gast war Freundin Sophia zudem in der Ballettschule, in der Johanna Kufner gegenwärtig Unterricht nimmt. Was ihr an Deutschland gefällt, das brachte Sophia Rough sehr schnell auf den Punkt: "Ich mag gerne die Menschen und die Kultur sowie die Unterhaltung mit den Leuten hier."
Die beiden Studentinnen waren das vergangene Jahr über ständig verbunden, meist über Whatsapp oder Facebook und manchmal über Skype. In diesen Tagen beginnt Johanna Kufner ihr drittes Semester für Biochemie an der Uni Bayreuth: "Es ist anstrengend, aber das Studium macht mir Spaß." Und Freundin Sophia hat sich für einen Studienplatz für Kommunikation und Psychologie in Verbindung mit der amerikanischen Gebärdensprache eingeschrieben.
Natürlich kam man auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Amerika zu sprechen, und Sophia sagte unmissverständlich, was sie von Donald Trump hält: "Hillary wird es schaffen, Donald Trump ist in meinen Augen ein Idiot. Er weiß gar nicht, wie Politik funktioniert und würde Amerika zerstören. Die Menschen, vor allem die höchste Klasse mögen das, was er sagt, auch weil er so reich ist. Er hält nichts von der Mittel- und der Unterklasse. Aber er wird kein Präsident!"
Traurig war sie vor allem darüber, was die jüngsten Unruhen in Amerika auslösten und ist überzeugt: "Hillary Clinton würde die Menschen in Amerika wieder zusammenbringen." Der Polizei warf sie vor, sich nicht immer gut verhalten zu haben.
Zurück nach Detroit
Die beiden Mädchen fuhren auch in die Landeshauptstadt, wo sie den Viktualienmarkt
und das Hofbräuhaus besuchten. "Ich hab' ihr auch gezeigt, wo das Münchner Oktoberfest stattfindet. Und wir sind auch an den Tegernsee und zum Achensee in Tirol gefahren", so Johanna Kufner.
Nach einer Woche Aufenthalt in Deutschland flog Sophia Rough von München aus im Direktflug in acht Stunden nach Detroit. Zurückblieb eine ganz enge Freundschaft, die auch die nächsten Jahre halten wird.