Am Wochenende eroberten Fans schottisch-irisch-britischer Tradition Schloss Thurnau: Beim "Celtic Castle II" präsentierten sich Männer in Schottentartan. Dudelsackmusik und "Irish Folk" begeisterten neben Whiskey-Spezialitäten und britischem Buffet.

Der Chef der "Berlin Police Pipe Band" trägt den Kilt mit Stolz. "Ramsey Blue" heißt der spezielle Tartan in dunklem Blau-Schwarz. "Das ist das klassische Highland-Dress", erklärt Marco Langner in perfektem Deutsch.

Langner ist kein Schotte, sondern Vizepräsident der Berliner Polizei. "Die Berlin Police Pipe Band wurde 2014 gegründet", erzählt er. "Wir hatten einen Bezug durch die Briten und wir wollten auch Dudelsack spielen." Anfänger fangen mit der "Practice Pipe" an, einer schlichten Übungsflöte. Erst später kommt die echte "Bagpipe". "Ich denke, sechs Jahre sollte man spielen, um das Instrument einigermaßen zu beherrschen", sagt er.

Ein Magnet

Immer wieder nimmt die zwölfköpfige Band an Wettbewerben teil. "Es geht uns darum, schottische Kultur aus dem Herzen Berlins zu präsentieren", stellte Langner fest. Und wo immer die Dudelsackspieler und Trommler auftauchen, sind die Berliner ein Magnet. Sogar bei Andre Rieu spielten sie schon. Bei "Celtic Castle" begeisterte sie mit klassischen schottischen Weisen, mit Märschen und langsamen Klängen.

Kilt statt Jeans

Doch die Berliner waren nicht die einzigen Kiltträger. Auch Udo Sonntag, im echten Leben Lehrer, hat die Jeans mit einem Kilt eingetauscht. Und er verriet, dass dieser aus so schwerem Stoff besteht, dass auch bei herbstlichen Temperaturen nur Kniestrümpfe dazu getragen werden. Sonntag hat einen azurblauen Karostoff gewählt. "Das ist der Tartan der Kultdestille Bruichladdich", erklärt er. "Für mich ist es eine Ehre, diesen Kilt tragen zu dürfen - ein Stück Heimat", so der Kulmbacher, der betont, dass der Kilt die Verbundenheit zum Heimatland der Brennereien zeigt.

Whiskey-Tasting

Tatsächlich ist Sonntag ein Whiskey-Liebhaber. Bei einem Whiskey-Tasting präsentierte er Besonderheiten, die es so nicht zu kaufen gibt. Es gab Whiskeys mit und ohne Rauch, streng limitierte Whiskeys. Er kredenzte auch seinen Lieblings-Whiskey: einen Whiskey aus Port Charlotte, der in einem Mouton Rothschild-Fass groß geworden ist. "Das ist einfach Brennkunst von einem anderen Stern", sagten Whiskey-Fans. Nicht nur aus der Region haben sich Genießer angemeldet, sogar aus den USA waren Teilnehmer zugegen.

Multivisionsshow

Natürlich wurden bei "Celtic Castle" auch Guiness vom Fass, Cider und irische Leckereien kredenzt. Die Thurnauer Günter Karittke und Hans Hager präsentierten eine beeindruckende Multivisionsshow. Am Sonntag tischte Matthias Hartl vom Schlosshotel ein britisches Büffet auf.

Ein Höhepunkt des dreitägigen Festivals war das Irish-Folk-Konzert. "Andy Lang & his Folk Freaks" begeisterten mit traditioneller irischer Musik. Tim Browne, der aus Kanturk in Cork (Irland) stammt, war angereist, um die Menschen mit seiner Bouzouki zu begeistern. Der Autodidakt lässt die Finger über die Saiten gleiten, kitzelt die Töne in unglaublicher Schnelligkeit aus seinem Instrument . Auch die Band von Andy Lang und Andy Lang begeisterte mit Songs wie "Go lessi go" oder "Buy me beer and whiskey".

Tänzer begeistern

Beim Festivalkonzert am Samstagabend trat Stepptänzer Colm Farrell auf. Farrell begeisterte schon im letzten Jahr, weil er wie ein Wirbelwind über die Bühne fegte. Diesmal hatte er sich "Adele" an seine Seite geholt: eine Stepptänzerin, die ebenfalls im "Lord oft he dance"-Style über die Bühne wirbelte: leiser, graziler, aber kein bisschen langsamer, kein bisschen weniger virtuos.