Die meisten Menschen kennen die Computertomographie aus dem Bereich der Medizin. Doch warum braucht das Max-Rubner-Institut (MRI) in Kulmbach ein solches High-Tech-Gerät? Reinhard Höreth schickte beim Tag der offenen Tür anlässlich des zehnjährigen Bestehens den Schlachtkörper eines Schweines in die Röhre. Nicht, um zu schauen, ob das Schwein krank war, sondern um exakt den Preis ermitteln zu können, den der Landwirt für das Schwein bekommt. "Wir können feststellen, wie hoch der Muskelanteil ist. Und darauf kommt es an", sagte Höreth.

Die exakte Berechnung

Beim MRI wird die Formel zur exakten Preisberechnung entwickelt. Aktuell bringt das "Norm-Schwein" laut Höreth zwischen 85 und 105 Kilo auf die Waage. Der Muskelfleischanteil liege bei 59 Prozent. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht auch Schweine gibt, die fetter oder magerer sind. Doch die Bezahlung des Landwirtes schwanke dann. Bringt ein Schwein beispielsweise bei einem Gewicht von 110 Kilo nur einen Muskelfleischanteil von 54 Prozent mit, dann bekommt der Landwirt laut Höreth pro Kilo zwölf Cent für den geringeren Muskelfleischanteil und elf Cent pro Kilo für das höhere Gewicht abgezogen. Der Endpreis pro Kilo liege also nur noch bei 1,27 Euro statt beim Basis-Preis von 1,50 Euro. Umgekehrt lasse sich der Auszahlungspreis auch steigern - durch ein Gewicht, das im Normbereich liegt und höheren Muskelfleischanteil, so Höreth.

Das Schäufele

Bei Führungen hatten die vielen Besucher die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen. Carsten Eckart erläuterte, wo das fränkische Schäufele herkommt. "Auch wenn sich manche mehr Schäufele wünschen würden, es gibt immer nur zwei pro Schwein", sagte er. Die hochwertigsten Fleischstücke seien das Filet und die Kurzbratstücke.

Das Räuchern

Im Technikum ging es um die Wurst. Interessierte konnten sich selbst bei der Wienerle-Herstellung versuchen, lernten die Herstellung und das Räuchern kennen. Aktuell geht es vor allem darum, den Verbrauchern Produkte mit weniger Salz und Fett zu bieten. Im Foyer probierten Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) und viele weitere Ehrengäste kalorienreduzierte Weißwürste. "Normal hat eine Weißwurst 280 Kilokalorien, die fettreduzierte Weißwurst enthält Kartoffelpulver und Schwarzwurzel. Sie bringt es nur auf 205 Kilokalorien", teilte Ingrid Grätzle dazu mit.

Auch die Mikrobiologie und die chemische Abteilung gewährten einen Blick hinter die Kulissen. Manfred Spindler stand am Fermentationsstand und gab einen Einblick in die Herstellung von fermentierten Lebensmitteln. Dazu gehört auch die Salami.

Tierschutz und Analytik

Bereichert wurden die Führungen beim Tag der offenen Tür mit Fachvorträgen über die Fleischforschung, über moderne Analytik und über Tierschutz. Immer im Blick dabei - der Konsument.