Ich würde mich schon als geduldigen Menschen bezeichnen, doch gibt es Situationen, in denen mir fast der Kragen platzt. Wie neulich, als ich einen Facharztbesuch in Bayreuth hatte. Groß war die Praxis, groß der Patientenauflauf. Und so habe ich mich gleich damit abgefunden, dass ich Sitzfleisch brauchen werde. Gemurrt habe ich nicht. Bringt ja nichts, und mit Buch und Handy ausgerüstet, bekommt man die Zeit ja zumindest einigermaßen sinnvoll rum.

Der Parkschein...

Ich wartete und wartete also und sah mit der Zeit den einen oder anderen, der mit mir in die Praxis gekommen war, im Arztzimmer verschwinden. Als Patienten, die 30 Minuten nach mir einen Termin hatten, zur Untersuchung gebeten wurden, geriet ich allerdings ins Grübeln. Nach eineinhalb Stunden kam mir der Gedanke, dass mein Parkschein abgelaufen ist. "Wenn ich jetzt noch 30 Euro zahlen muss ...", habe ich mir gedacht und war froh, als die Dame am Empfang mir sagte, dass ich zwar als nächstes an der Reihe sei, zuvor aber noch zu meinem Auto könne. Gesagt, getan. Wieder in der Praxis, teilte mir mein Sitznachbar mit, dass ich gerade aufgerufen worden sei. Erleichtert machte ich mich auf den Weg, wurde von einer Helferin aber gleich ausgebremst. Ich müsse noch warten, weil ich den Aufruf nicht gehört habe und nun schon ein anderer Patient beim Doktor sei. Langsam schwoll mir der Kamm

Die versteckte Kamera?

Nach zwei Stunden saß ich endlich dem Arzt gegenüber, der mich nach der fünfminütigen Untersuchung fragte, ob ich denn wüsste, dass ich einen erhöhten Blutdruck habe. "Bin ich bei ,Verstehen Sie Spaß'?", habe ich mich gefragt, die Fernsehkamera aber nicht entdeckt. Den Grund dafür, dass mein Blutdruck hochgeschossen war, habe ich für mich behalten. Und mich sogar gewundert, dass der nach dem Horror im Wartezimmer nur bei 150 und nicht bei den gefühlten 180 lag.