Das Kulmbacher Bierfest gehört in die Stadt

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Auf den Zentralparkplatz, der nächstes Jahr fertig sein wird, soll das Kulmbacher Bierfest nach Auffassung von Sonja und Peter Stübinger, Oberzettlitz, sowie Angela und Ralf Pistor, Neuenmarkt, zurückkehren. Foto: Archiv
Auf den Zentralparkplatz, der nächstes Jahr fertig sein wird, soll das Kulmbacher Bierfest nach Auffassung von Sonja und Peter Stübinger, Oberzettlitz, sowie Angela und Ralf Pistor, Neuenmarkt, zurückkehren. Foto: Archiv

Zur Diskussion um den Standort des Bierstadels erreichten uns zwei Zuschriften, die nichts an Deutlichkeit zu wünschen übriglassen.

Zur Diskussion um den Standort des Bierstadels erreichte uns eine Zuschrift von Angela und Ralf Pistor aus Neuenmarkt:

Mit Sicherheit hat sich die Kulmbacher Brauerei bei der Gestaltung des neuen Standortes sehr viel Mühe gegeben, aber mit der Kulmbacher Bierwoche hat das alles nicht mehr viel zu tun. Mit dem neuen Standort wandelt sich ein traditionsreiches innerstädtisches Bierfest mit Atmosphäre, das so wohl einmalig in ganz Deutschland ist, in ein gesichtsloses Volksfest mit Bierzelt, wie es zu Hunderten in deutschen Vorstädten stattfindet. Es fehlen nur noch die Fahrgeschäfte!

Natürlich ist am neuen Standort mehr Platz und mit Sicherheit ist die Logistik für alle Lieferanten einfacher, aber genau die durch die innerstädtische Lage gegebene Enge macht dieses Fest doch so einzigartig. Jetzt aber den Aspekt der Sicherheit vorzuschieben und damit mit den Ängsten der Menschen zu spielen, halten wir für äußerst fragwürdig. Die Verantwortlichen haben in den vergangenen Jahren tolle Arbeit geleistet und auch in der Innenstadt alles Menschenmögliche getan, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Ein Restrisiko wird bei jedem Fest bleiben - egal an welchem Standort! Wir könnten ja auch darüber nachdenken, das Altstadtfest auf den Großparkplatz am Schwedensteg zu verlegen, auch da ist mehr Platz als in der Innenstadt.

Dass junge Menschen feiern wollen, das war schon immer so. Jeder der sich an seine Jugend zurück erinnert, wird das wohl zugeben müssen. Und genau die jungen Menschen, die vor 50 Jahren Party auf dem Bierfest gemacht haben und dieses Fest ja zu dem gemacht haben was es heute ist, sind heute die Älteren, die das nicht mehr verstehen?

Es gibt genug Zeiten, an denen nicht so viel los ist und wo jeder, egal ob Kleinkind oder Senior, mitfeiern kann. Wir sind mit dem Bierfest aufgewachsen, wir lieben unsere Stadt und es tut weh, die Leerstände in der Innenstadt und die immer größer werdende Besiedelung der Randgebiete zu sehen. Es wäre das völlig falsche Signal (an die Jugend!), ein innerstädtisches Fest, das wenigstens einmal im Jahr unsere Stadt pulsieren lässt und mit Leben erfüllt, in die Vorstadt zu verlegen. Tradition, Brauchtum und Werte müssen mehr zählen als Bequemlichkeit und Profit - die Bierwoche gehört in die Innenstadt!


X-beliebiges Brauereifest

Peter und Sonja Stübinger, Oberzettlitz, vertreten folgende Ansicht:

Die Veranstaltung am neuen Standort verdient nicht mehr den Namen "Kulmbacher Bierfest". Denn es handelt sich um ein x-beliebiges Brauereifest, wie es in jeder anderen Stadt stattfinden kann.

Wenn Werte wie Tradition, Identität, Authentizität und Liebe zu unserer Heimatstadt überhaupt noch eine Rolle spielen können, sollen oder dürfen, dann kann das Fest nur im Zentrum der Stadt, am Fuße der Plassenburg auf dem Zentralparkplatz gefeiert werden.