Der ganz große Wurf ist es noch nicht. Aber immerhin: Auf der Plassenburg tut sich was. Die seit Jahren vakante Stelle des Museumsleiters für die städtischen Museen ist endlich wieder besetzt. Das hat die Stadt Kulmbach bestätigt, die sich auf die Frage nach Details allerdings noch bedeckt hält. Auf den Neuen (der natürlich auch eine "die" sein kann), wartet eine Menge Arbeit. Was genau die aktuellen Herausforderungen sind, zählen wir hier auf:

Die Museen

2014 zog mit Corinna Greb letztmalig eine Museumsleiterin auf der Plassenburg ein. Sie allerdings quittierte schon nach sehr kurzer Zeit aus persönlichen Gründen den Dienst. Die langjährige Arbeit von Wolfgang Mössner und später von Astrid Fick wurde nicht fortgeführt. Letztere hatte großen Anteil daran, dass auch bislang nicht katalogisierte Bestände in den Depots erfasst und für eine wissenschaftliche Aufarbeitung verfügbar gemacht wurden.

Die Stadt erhofft sich nun neue Impulse - zumindest für das Zinnfigurenmuseum und das Landschaftsmuseum Obermain, die in städtischer Zuständigkeit liegen. Für die staatlichen Sammlungen und das Armeemuseum "Friedrich der Große" zeichnet die Staatliche Schlösserverwaltung verantwortlich.

Die Erschließung

Beide, Stadt und Schlösserverwaltung, haben in naher Zukunft etliche große Herausforderungen zu stemmen. Größte und vielleicht wichtigste: Wie lässt sich die Burg besser erschließen? Die Schlösserverwaltung, die in der Vor-Corona-Zeit über sinkende Besucherzahlen klagte, sieht mangelnde Zufahrts- und Parkmöglichkeiten als zentrales Problem an.

Wäre die Burg für den Individualverkehr besser erschlossen, würden auch die Besucherzahlen steigen, sagt man in München - und hat deshalb im letzten Jahr eine neue Straße mitten durch den Buchwald ins Gespräch gebracht. Ein Vorschlag, der im Raum Kulmbach bislang auf wenig Gegenliebe gestoßen ist.

Die Buchwald-Trasse ist daher mittlerweile vom Tisch. Die Schlösserverwaltung allerdings hat klar gemacht, dass sie diese Trasse als einzig machbare Möglichkeit zur Erschließung sieht und sich in andere Projekte nicht einbringen wird.

Salopp formuliert heißt das für Kulmbach nichts anderes als: "Machen könnt ihr schon, aber zahlen müsst ihr dann selber."

Zum Beispiel eine Seilbahn vom Mönchshofgelände hinauf auf den Burgberg. Ein Konzept dafür hat eine private Gruppe ausgearbeitet und in die Diskussion gebracht. Geschätzte Kosten: alles in allem rund sechs Millionen Euro. Der Zuspruch zu dieser Idee ist bislang gut. An der Stadt Kulmbach ist es nun, Fördermöglichkeiten auszuloten und Partner zu finden für ein solches Projekt.

Das Angebot

In der Diskussion gibt es auch Stimmen, die sagen, die Plassenburg an sich müsste attraktiver werden, dann kämen die Besucher schon von alleine: Mehr Veranstaltungen, mehr Sonderschauen in den Museen. Die seien im übrigen etwas altbacken; ein neues Konzept sei längst überfällig. Ein weites Betätigungsfeld also für die neue Museumsleitung.

Die Zeit wird zeigen, ob an dieser Theorie etwas dran ist. Immerhin hat die Stadt zwischen 2016 und 2018, als die Besucherzahlen in den Staatlichen Museen um zehn Prozent zurückgegangen waren, in den städtischen Museen eine Steigerung von satten 23 Prozent registriert - Folge eines breit angelegten Angebots an Familiennachmittagen, Zinngießer-Werkstatt, Schnupperführungen, Ferienaktionen und Sonderführungen.

Dem neuen Museumsleiter kommt dabei die Aufgabe zu, die Museen so in den Fokus zu rücken, dass hinreichend Besucher angezogen werden - nur dann wird man Argumente haben für die Umsetzung eines solchen Riesenprojektes, wie es eine Seilbahn ist.

 Der Spielplatz

Und dann gibt es da noch eine weitere Idee zur Attraktivierung der Burg. Nicht so groß wie die Seilbahn, nicht so teuer - aber auch ausgedacht von privater Seite. "Liebenswertes Kulmbach" nennt sich eine Initiative, die einen Plan gemacht hat für einen "Burg-Spielplatz". Der soll in erster Linie unten im Tal installiert werden. "Um Lust zu machen, die 'richtige' Burg zu erkunden", wie es in dem ausführlichen Konzept heißt. Aber auch einen Burg-Spielplatz auf der Burg können sich die Initiatoren vorstellen. Die Spielplätze konnten sich bei der Gestaltung an Burg-Bauwerke anlehnen, könnten Wachturm und Zugbrücke, Labyrinth und Pferdewagen nachempfinden.

Noch ist das nicht viel mehr als eine Idee. Aber immerhin: Stadt und Schlösserverwaltung haben in dieser Sache bereits miteinander gesprochen. Auskunft darüber, worum es in diesem Gespräch genau ging, ob man sich womöglich schon einen geeigneten Standpunkt ausgeguckt hat, gibt es derzeit weder im Rathaus noch bei der Behörde in München.

Alles also noch vage, alles etwas zäh. Aber immerhin: Der Anfang ist gemacht, um ein wenig mehr Leben auf die Burg zu bringen, die schließlich nicht einfach "nur" das Kulmbacher Wahrzeichen ist, sondern eine der bedeutendsten Schlossanlagen im weiten Umkreis und ein Meisterwerk des Festungsbaus.