Die Grünen wollen mit Frauen-Power das Kulmbacher Rathaus erobern. "Die Zeit der Egomanen und Egoisten ist vorbei", sagt sie.
Dagmar Keis-Lechner hat ihren Hut in den Ring geworfen. Am Dienstagabend verkündete die Bezirkstagsvizepräsidentin, Kreisrätin und Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 als Kulmbacher OB-Kandidatin antreten zu wollen.
"Ich lebe mit meiner Familie nun über 20 Jahre in Kulmbach", erklärte die 55-jährige Umwelt- und Abfallberaterin ihre Beweggründe. "Ich lebe gerne hier in dieser Stadt, in der Mitte unseres schönen Oberfrankens." Als Frau mit "Migrationshintergrund" aus dem Raum Köln habe sie hier die Liebe zu ihrer neuen Heimat entdeckt, sagte sie bei der Jahreshauptversammlung im "Fränkischen Hof" in Mainleus
"Es wird höchste Zeit"
Sie fühle sich jung und fit genug und freue sich auf diese Herausforderung, denn gerade in der Stadt sehe sie viele Möglichkeiten des Handelns gegeben. "Es wird höchste Zeit, unsere Kommune auch für den Klimawandel zu wappnen und die Energiewende vor Ort voranzutreiben", sagte sie. Dabei reiche es nicht, den Klimanotstand auszurufen, vielmehr müsse auch entsprechend gehandelt werden, "auch wenn die Öl-, Gas- und Kohleindustrie mit Marketing und Lobbyismus uns davon abbringen will, um weiter Gewinne einzustreichen".
Für Dagmar Keis-Lechner bedeutet das mehr Bürgerbeteiligung, und das in verschiedenen Bereichen. So hat sie Sprechstunden für Bürger und Unternehmer vor den Stadtratssitzungen ebenso im Blick wie weitere analoge und digitale Kommunikationsplattformen.
"Menschen fühlen sich übergangen"
"Ich habe in Kulmbach den Eindruck bekommen, dass sich Menschen übergangen fühlen", sagte die Kreis- und Bezirksrätin, daher müsse es mehr Informationen und mehr Kommunikation auch in Hinsicht auf die Ergebnisse von Entscheidungen geben. "Beteiligung bedeutet jedoch nicht, dass Hass und Hetze - oft anonymisiert - verbreitet wird. Nicht die Person, die am lautesten schreit, hat das Recht, die Meinungshoheit zu besetzen." Auch die Jugend wolle sie aktiv mit einbeziehen.
In Sachen Energie hat sich die Grüne zunächst den Energienutzungsplan (ENP) der Stadtwerke sowie das integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises vorgenommen und kam zu der Erkenntnis: "Der ENP wurde nicht weiterverfolgt und gelangte nicht zur Umsetzung, eine städtische CO2-Bilanz, die den Erfolg der Maßnahmen verfolgen soll, ist nicht vorhanden." Das wolle sie ändern.
Energieanlagen in Bürgerhand
Der ENP von 2012 müsse überarbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht werden. Hierbei stütze sie sich auf die Kompetenz von Experten, um ein kontrollierbares Managementsystem aufzubauen. "Unsere Stadtwerke werden hierbei maßgeblich eingebunden, und selbstverständlich greifen wir alle Fördermöglichkeiten ab."
Nachdem die Bewerbung für den Landratsposten nun chancenlos ist, probiert sie es mal mit dem Job zum Oberbürgermeister. Und später folgt eine Bewerbung für den Landtag. So entstehen politische Karrieren oder auch nicht.
Dieses Rathaus und diese Stadt hat alles verdient, aber keinen grünen OB!
Jeden Freitag zu, des geht ned!
Oje, hoffentlich verfallen die Kulmbacher der Lockung nicht! Grün? OB?