Gesundheitsamt

"Ohne Corona säße ich jetzt nicht hier", sagt Nina Ruckdäschel, die im Kulmbacher Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung managt. Die 27-Jährige war gerade mit ihrem Studium des Pflege- und Gesundheitsmanagements fertig, als die Pandemie begann und sie auf Jobsuche im Gesundheitsamt landete. Sie hat die Kontaktnachverfolgung mit organisiert, strukturiert und digitalisiert. Das bedeutet: seit zwei Jahren ein Sieben-Tage-Job, kaum freie Wochenenden, weit über 400 Überstunden, aber auch "arbeiten in einem super Team und mit viel Rückhalt durch die Vorgesetzten".

Klinikum

Anstrengende Monate haben Ralf Dorfschäfer und sein Team von der Corona-Intensivstation des Klinikums hinter sich. "Aber wir haben es gut hinbekommen bei uns", sagt der 51-jährige Fachkrankenpfleger. "Wir haben vielen Patienten helfen können." Auch solchen, die über Wochen stationär lagen und intubiert waren. "Die Pandemie hat uns zusammengeschweißt", so der Stationsleiter über sein Team. Klatschende Mitmenschen auf Balkonen habe er persönlich nicht gebraucht. "Ich mache meine Arbeit wie jeder andere auch. Die Verkäuferin und der Lkw-Fahrer sind genauso wichtig.

Sport

Alexander Maier ist Trainer für Fußball und Boxen. Der 40-Jährige schickte während des Lockdowns seinen Wettkampfboxern Trainingspläne via WhatsApp. Die Fitnessboxerinnen des ATS Kulmbach trafen sich auf der Online-Plattform Zoom zum Training. Geschlossene Plätze oder Hallen und zeitraubende Kontrollen der G-Regeln nervten Maier - am schlimmsten fand er aber die Maskenpflicht bei Wettkämpfen. "Den ganzen Tag in der Halle mit Maske rumlaufen, das brauche ich nicht mehr." Jetzt hofft der Fußball- und Boxtrainer, "dass endlich wieder Normalität einkehrt".

Schule

Zwei Jahre Pandemie waren auch für alle Schüler keine einfache Zeit. "Das wird Spuren hinterlassen, schulisch und sozial", befürchtet die 15-jährige Silvana Schmidt, die die zehnte Klasse am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium besucht. Damit fehlende Grundlagen erarbeitet und Lücken geschlossen werden können, müssen ihrer Meinung nach die Lehrpläne angepasst werden. Die Gymnasiastin ist froh, dass die anstrengende und kontaktarme Zeit des Homeschoolings vorbei ist, sieht aber auch einen positiven Nebeneffekt: Die Eigenverantwortung und Selbstorganisation wurden gestärkt.

Theater

Wir haben in den letzten 26 Monaten nur sechs Monate gespielt", sagt Wolfgang Krebs vom Schlosstheater Thurnau. Das ständige Hin und Her und die Frage, ob und wie Theateraufführungen möglich waren, sei sehr nervenaufreibend gewesen. "Aber wenn wir gespielt haben, war das Publikum immer hellauf begeistert und sehr dankbar." Weil ein wirtschaftlicher Betrieb derzeit kaum möglich ist, macht das Schlosstheater aktuell Pause. Im April soll es aber wieder losgehen, und auch die Schlossfestspiele im August bereitet Krebs bereits vor - in der Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.

Veranstalter

Im "Kauernburger Schlössla" darf wieder getanzt werden. Veranstalter Jörg Hofmann geht davon aus, dass das bis Herbst so bleiben wird (Ausnahme ist die Sommerpause). Für den Winter ist er mit Blick auf die hohe Zahl von Geimpften und Genesenen zuversichtlich. "Die vergangenen zwei Jahre waren aber hart", sagt er über die Schließung der Clubs. Die Veranstalter und Tanzstättenbetreiber seien die Ersten gewesen, die den Betrieb einstellen mussten, und die Letzten, die wieder starten durften. Jetzt aber freue er sich auf den Neubeginn ebenso wie die Menschen, "die wieder feiern wollen".