Campus Kulmbach: Das ist der Stand der Planungen

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Matthias Kaiser und Stephan Clemens betrachten sich die Gegebenheiten in Kulmbach auf einem Luftbild.Uni Bayreuth
Matthias Kaiser und Stephan Clemens betrachten sich die Gegebenheiten in Kulmbach auf einem Luftbild.Uni Bayreuth

Der Campus Kulmbach ist in aller Munde. Am Abend präsentierten OB Henry Schramm und Uni-Präsident Stefan Leible in der Stadthalle, was dahinter steckt.

Es sind ehrgeizige Ziele, die die Universität Bayreuth für ihre zukünftige 7. Fakultät hat: Ab Herbst 2020 soll der Vorlesungs- und Forschungsbetrieb auf verschiedenen Flächen in Kulmbach übergangsweise starten und baldmöglichst auf den neu zu bauenden Campus umziehen. Dort sollen interdisziplinäre Forschung und Lehre rund um die Themen Lebensmittel, Nährstoffe und Gesundheit betrieben werden. Die Fakultät VII trägt den Titel " Food, Nutrition and Health".

Die Spitzen der Universität Bayreuth und der Stadt Kulmbach stellten am Abend mehreren hundert Besuchern in der Stadthalle den Stand der Planungen öffentlich vor. "Wir freuen uns riesig auf Kulmbach", sagte Uni-Präsident Stefan Leible. Es sei erstaunlich und erfreulich, was allein im vergangenen halben Jahr, nach dem Beschluss des Kabinetts für eine Außenstelle der Hochschule, alles in die Wege geleitet worden sei.

"Im Endeffekt haben fünf Seiten, erarbeitet von der Uni-Führung, dafür gesorgt, dass Kulmbach zum Zuge kam", lobte OB Schramm die engagierte Spitze in Bayreuth. "Wir machen unsere Hausaufgaben, was die örtlichen Gegebenheiten anlangt." Dazu gehören unter anderem die nötigen Vorhalteflächen. Als Favorit hat sich das ehemalige Güterbahnhofsgelände herauskristallisiert. Auf einer Fläche von 49.000 Quadratmetern biete sich hier Platz, den Traum vom Studium in Kulmbach zu verwirklichen. 15.000 Quadratmeter habe die Stadt erworben, sagte Schramm, der betonte: "Natürlich soll auch die Brauerei ihre Wünsche erfüllen können. Es geht mir um ein gutes Miteinander."

Bis zu einem endgültigen Campus werden sich die Stadtverantwortlichen mit Interimslösungen befassen. Unter anderem werde ein Stockwerk im alten Spinnerei-Komplex (über dem JUZ) dafür hergerichtet. Drei Millionen Euro sind für den Ausbau bereits bewilligt. Für Labore werde es womöglich zunächst Container-Lösungen geben. Weitere Gebäude könnten für wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal genutzt werden.

Stephan Clemens, der designierte Gründungsdekan der siebten Fakultät, betonte den interdisziplinären Ansatz in Forschung und Lehre und die Vernetzung mit den bestehenden Global Playern wie Raps und Ireks, aber auch den Behörden wie dem Max-Rubner-Institut. Als Studiengänge soll es zum Start einen Bachelor für Lebensmittel- und Gesundheitswissenschaften geben sowie einen Master für Nahrungsmittelqualität und -sicherheit. "Kulmbach bekommt deutschlandweit den ersten Lehrstuhl für Lebensmittelrecht", betonte Clemens die Bedeutung für Stadt und Hochschule gleichermaßen.

Naturwissenschaftliche Perspektive, methodische Revolutionen in den Biowissenschaften und moderne Konzepte der Wirtschafts-, Rechts-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften - dies bilde den Kern des Konzepts für die neue Fakultät der Universität Bayreuth, so Clemens weiter.

Das Konzept für die 7. Fakultät verfolge einen ganzheitlichen Ansatz. Es gehe - der Tradition der Universität Bayreuth entsprechend - um interdisziplinäre Forschung und Lehre zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Ernährung und Bewegung gehörten zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesundheit in modernen Gesellschaften. Allerdings seien kausale Zusammenhänge zwischen der Ernährung und beispielsweise dem Risiko, von nicht-übertragbaren Krankheiten wie Diabetes II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs betroffen zu sein, nur unzureichend verstanden. Gleichzeitig habe bereits vorhandenes Wissen bisher zu wenig Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen und individuelles Verhalten.

Um den Campus Kulmbach für Studierende, insbesondere aus dem Ausland, attraktiv zu gestalten, ist geplant, in unmittelbarer Nähe der zu errichtenden Forschungs- und Lehrgebäude ein Studentenwohnheim zu bauen. Dafür zeichnet das Studentenwerk Oberfranken verantwortlich. Auch bei der Verpflegung will man auf dem Campus Kulmbach neue Wege gehen: Eine eigene Mensa auf dem Gelände soll auch Raum für wissenschaftliches Arbeiten etwa zur Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten sein. Mit Material der Uni Bayreuth