Die Ermittlungen der Polizei laufen nach dem Großbrand in Kulmbach auf Hochtouren: "Am Mittwoch sind unsere Brandfahnder mit dem Sachverständigen des LKA vor Ort. Auch ein Brandmittelspürhund aus Unterfranken wird geholt. Außerdem kommt ein Sachverständiger der Versicherung. Es gibt noch einiges zu tun." Mit diesen Worten beschreibt die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, Anne Höfer, das weitere Vorgehen nach dem Brand der Freizeithalle "Am goldenen Feld" in Kulmbach.

Natürlich weiß die Beamtin auch, dass in solchen Fällen viel über die Brandursache spekuliert wird. "Aber zu irgendwelchen Spekulationen äußern wir uns nicht", stellt sie klar.


"Kein Brand ist wie der andere"

Wie lange die Ermittlungen dauern, wann der Grund für das Feuer feststehen könnte, das den ganzen Innenraum der Halle völlig zerstört hat, das kann Anne Höfer nicht sagen. "Es war ein komplexer Brand. Da dauert es seine Zeit, bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen." Und sie betont: "Kein Brand ist wie der andere."

Die Nacht zum Dienstag ist für die Feuerwehren ruhig verlaufen an der Freizeithalle "Am goldenen Feld". "Die große Frage war, ob noch einmal etwas aufglimmt oder nicht", erklärte Kreisbrandmeister und Pressesprecher Yves Wächter am Tag nach dem verheerenden Unglück vom Montag. Feuerwehr und Polizei sorgten für die Brandwache.

Die Flammen waren in den Morgenstunden des Montags ausgebrochen und hatten das Gebäude total verwüstet, in dem eine Bowlingbahn, ein Indoor-Kinderspielplatz, ein Restaurant und ein Imbiss untergebracht waren.

Das Gelände ist inzwischen mit einem Bauzaun abgesichert. Vor der Halle türmen sich Bleche, Dämmmaterial und Holzteile. Sie stammen aus der Dachkonstruktion, die ein Abrissbagger der Firma Trapper eingerissen hat, um den Rauch abzuführen und damit die Rettungskräfte besser löschen können. Die Öffnungen wurden im unteren Teil inzwischen vom THW mit Platten verschalt und versperren den Blick in die Halle.

"Für die Feuerwehr sind die Maßnahmen abgeschlossen", stellte Yves Wächter fest, der von einem außergewöhnlichen Einsatz spricht. "Wegen der Entlüftung der stark verqualmten Halle und des besonders schweren Zugangs wegen der Dachkonstruktion."

Der Einsatz für die Wehren war kräftezehrend. "Die Leute wurden mitten in der Nacht zum Einsatz gerufen, sind ohne Essen und Trinken ausgerückt", so Wächter weiter. Die Männer an vorderste Front seien in ihren Schutzanzügen Temperaturen von mehreren hundert Grad ausgesetzt gewesen. Ein Atemschutzgeräteträger musste sich total erschöpft kurz in ärztliche Behandlung begeben, ihm geht es wieder gut.

Wächter lobte die Zusammenarbeit mit Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz. Beim THW in der angrenzenden Von-Linde-Straße sei ein Versorgungspunkt für alle Einsatzkräfte eingerichtet worden. "Dort wurden alle verpflegt. Das ist reibungslos gelaufen."

Auswirkungen hatte der Großbrand auch auf die benachbarte Firma AGO, in deren Richtung ein großer Teil des Rauchs gezogen war. Am Montag wurde dort nicht gearbeitet, um eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter auszuschließen. Vorstand Georg-Stephan Wilkening: "Mit der Feuerwehr wurde diese Entscheidung relativ zeitnah getroffen."

Nach Abschluss der Löscharbeiten seien alle Fenster in dem Gebäude geöffnet worden, um durchzulüften. "Aber auf der dem Brand zugewandten Seite riecht es trotzdem immer noch stark nach Rauch", so Wilkening. Die Firma hat einen Gutachter beauftragt, um den Schaden und und eine mögliche Schadstoffbelastung zu ermitteln.

Wie teuer der Produktionsausfall dem Unternehmen kommt, kann Wilkening noch nicht sagen. "Das ist monetär noch nicht zu beziffern." Die Auftragsbücher seien voll, da bereite ein Ausfalltag natürlich Probleme und müsse wieder reingearbeitet werden.