Eine Großbaustelle in der Gemeinde Mainleus ist zu Ende: Die Kanalsanierung im Ortsteil Buchau ist abgeschlossen, am Freitag und am Montag wurde die Straße asphaltiert. Eine unerwartete Überraschung erlebten die Bauarbeiter in den vergangenen Wochen: Sie stießen auf einen riesigen Findling im Untergrund, den sie erst bergen mussten, um die Arbeiten fortzusetzen.

Da staunten die Männer der Firma ASK nicht schlecht, als sie den Gesteinsbrocken in der Nähe der Pumpstation am unteren Ende der Straße entdeckten. Über zwei Meter hoch war der Findling - zu groß für die Baggerschaufel. Mit Hilfe einer Rundschlinge wurde der Steinkoloss, der nach Schätzung der Arbeiter zwischen vier und fünf Tonnen auf die Waage bringen dürfte, aus dem Untergrund gezogen.

Randbereiche brachen weg

Der Findling war aber nicht die einzige Überraschung, die auf die
Arbeiter wartete. Denn im Laufe der Baustelle wurde festgestellt, dass keine richtige Asphaltschicht vorhanden war, erklärt stellvertretender Bauamtsleiter Frank Wiesel. Die Folge: Die Randbereiche der Straße brachen bei den Arbeiten weg.

Daraufhin habe der Gemeinderat entschieden, dass eine komplette Trag- und Deckschicht aufgebracht wird und die Rinnen teilweise ausgewechselt wurden. Rund 80 000 Euro Mehrkosten entstanden so. Zuvor war eine Bausumme von 440 000 Euro angesetzt gewesen.

Noch eine unliebsame Entdeckung gab es: So wurde auf kleinen Abschnitten teerhaltiger Asphalt entdeckt, der extra entsorgt werden musste.

Trotz Problemen im Zeitplan

Doch trotz der unerwarteten Probleme ist der Zeitplan eingehalten worden, betont Wiesel, der sich darüber freut, dass mit den Asphaltarbeiten die Baustelle abgeschlossen ist und dass die Zusammenarbeit mit Anliegern, der Holzhandlung und der Gaststätte "Zum Paul" keine Probleme gegeben habe. Rund 15 Anwesen seien von der Maßnahme betroffen gewesen.

Die Kanalarbeiten waren notwendig geworden, nachdem Berechnungen des Ingenieurbüros IBP ergeben hatten, dass der Kanal bei starken Regenfällen überlastet gewesen wäre. Deshalb wurden auf einer Länge von 400 Metern die Rohre ausgetauscht und auf einen Durchmesser zwischen 50 und 60 Zentimeter erweitert.

Die Baustelle begann an der Gaststätte "Zum Paul", führte den Berg hinauf und querte die Kreisstraße bis zum Eingangsbereich des Neubaugebiets.

Auf die Gastwirtschaft wurde besonders Rücksicht genommen, die Baustelle immer freitags sogar eine Stunde früher - um 16 Uhr - beendet, damit die Gäste bis zum Wirtshaus fahren konnten. An den Wochenenden war die Zufahrt dann ohnehin offen.

Der Inhaber der Gaststätte "Zum Paul", Alfons Kraus, bestätigt, dass die Regelung im Großen und Ganzen gut geklappt habe. Dennoch habe er die Baustelle, die sich über mehrere Wochen gezogen hat, deutlich am Umsatz gemerkt.

Der Gastwirt atmet auf

"Der eine oder andere ist nicht runtergefahren, weil er nicht will, dass sein Auto schmutzig wird." Die Möglichkeit, zu Fuß zur Gaststätte zu gehen, habe auch manche abgeschreckt, "viele würden am liebsten bis in die Tür fahren", weiß Kraus aus eigener Erfahrung und atmet auf, dass die Baustelle jetzt vorbei ist.