Anders als in zumeist größeren Orten sind die Montagsdemonstrationen der Coronamaßnahmen-Gegner in Kulmbach bislang friedlich und ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Sogar am vergangenen Montag, als erstmals mehr oder weniger organisiert ein unangemeldeter "Spaziergang" stattfand.

Statt wie in den großen Städten ein regelrechtes Katz- und Mausspiel mit den Ordnungskräften zu betreiben, zogen die Kulmbacher Teilnehmer lediglich von ihren geparkten Autos über einen kleinen Umweg zum Kundgebungsort am Marktplatz, wo sie ganz normal an der Veranstaltung teilnahmen.

Polizei war vorbereitet

Laut dem stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, Klaus-Peter Lang, war der Marsch zwar nicht offiziell angemeldet gewesen, doch die Polizei habe von den Planungen über verschiedene Kanäle erfahren und sich entsprechend aufgestellt.

Lang bestätigte, dass es keinerlei Probleme gegeben habe, alles - auch die anschließende Demonstration - sei friedlich abgelaufen. Rund 40 Personen seien teils mit weitem Abstand zum Marktplatz gezogen.

Natürlich wäre es der Polizei lieber, wenn eine Anmeldung der "Spaziergänge " erfolgen würde - die vor allem dem Schutz der Teilnehmer diene und nicht dazu, die Treffen zu unterbinden. "Es geht ja auch um sichere Wege und gegebenenfalls Verkehrsmaßnahmen", erklärt er den Hintergrund. Eine Absage solcher Märsche sei sehr unwahrscheinlich, sagt er mit Blick auf den verfassungsrechtlich garantierten Schutz der Versammlungsfreiheit.

Zusammenarbeit läuft gut

Selbst der Veranstalter der Demonstrationen auf dem Marktplatz habe bestätigt, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden gut laufe, so Lang weiter. Für den bevorstehenden Februar seien schon wieder für jeden Montag die Treffen angemeldet. "Bislang gab es noch keinen Grund, dies zu verwehren", betont der Beamte.

Die Polizei werde die weiteren Entwicklungen jedenfalls im Auge behalten. "Man kann das Geschehen in Kulmbach nicht mit dem in größeren Städten wie Bamberg vergleichen, wo zuletzt geschätzt über 2000 Personen durch die Straßen zogen. Das sind andere Dimensionen." Aber auch in Kulmbach seien die Zahlen gestiegen, von 20 bis 30 Demo-Teilnehmern vor einem halben Jahr auf mittlerweile 150 bis 200.