Am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium tut sich was: "Endlich bekommen wir unsere lang ersehnte Ergänzung der Schulgebäude in Form einer neuen Pausenhalle", freut sich Schulleiter Horst Pfadenhauer. Die Pausenhalle wird auf der jetzigen - bereits außer Betrieb genommenen - Laufbahn erreichtet, zwischen den bestehenden Gebäuden. Schulleiter Horst Pfadenhauer hat ein Modell von der neuen Schulansicht im Silentium-Raum des Lehrerzimmers platziert. "Es ist wichtig, dass wir in einem ständigen Dialog mit allen stehen, die diesen Bau tagtäglich nutzen werden. Viele gute Ideen aus dem Kollegium wurden auf diese Weise schon verarbeitet", sagt Pfadenhauer.


Aufwendige Vorarbeiten


Die Pausenhalle soll das MGF zu einer Schule der kurzen Wege machen. Denn die Pausenhalle verbindet den historischen Altbau, den Ganztagsbereich im C-Bau und den Fachklassentrakt.

Doch bis dieser Traum realisiert ist, wird es noch einige spektakuläre Einsätze am MGF geben. In den Pfingstferien rollen die Bagger an - und beginnen mit aufwändigen Unterfangungsarbeiten. Denn das Problem beim Neubau ist, dass das Niveau der neuen Pausenhalle viel tiefer liegt als der Fachklassentrakt. Und die Fundamente des Fachklassentraktes liegen höher als die Pausenhalle. Deshalb muss als erster Bauschritt der Fachklassentrakt unterfangen werden. "Wir müssen nah ans Gebäude ran. Deshalb machen wir das abschnittsweise", erklärt Gabriele Jahn vom Architekturbüro Eschenbacher.


300 Kubikmeter Beton


In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Der Hang wird in zehn jeweils fünf Meter breite Abschnitte unterteilt. In 1,25 Meter breiten kassettenartigen Unterabschnitten wird der Hang abgegraben - die weiteren 3,75 Meter bleiben stehen, so dass das Gebäude noch genügend Auflagefläche hat. Dann werden in den jeweiligen ersten Abschnitten Schalungen eingebracht und mit Beton ausgefüllt. Ist dieser ausgehärtet folgt das Abgraben und Ausbetonieren der weiteren Abschnitte, bis die Unterfangung auf einer Länge von fünfzig Metern vollständig ist. "Wir rechnen mit 300 Kubikmeter Beton, die wir einbringen", erklärt Jahn.

Der Baugrund macht keine Probleme. Voruntersuchungen haben ergeben, dass der Untergrund aus Sandstein besteht. Für die statischen Berechnungen war Falko Feyerherd von der firma "iplan" zuständig. "Es waren verschiedene Methoden der Unterfangung im Gespräch, aber letztlich hat sich der Statiker für diese Methode entschieden", sagt Andreas Schülein, der die Baumaßnahme seitens des Landratsamts Kulmbach betreut. Das Landratsamt ist Sachaufwandsträger für die Schule.

"Bis Mitte Juli dauern allein die Unterfangungsarbeiten", sagt Gabriele Jahn. Während der Kolloquim-Abiturprüfungen wird die Baustelle ruhen, um Belästigungen zu vermeiden.


Der Glas-Übergang muss weg


In den Sommerferien beginnt der eigentliche Neubau. Während der Sommermonate werden der alte Glas-Übergang und die Fluchttreppe, die vom Hauptbau auf den Glasübergang führt, beseitigt. "Dass der zweite Fluchtweg wegfällt, ist auch nach den Ferien kein Problem, weil wir einen Teil des nächsten Bauabschnittes schon vorgezogen haben. Der Altbau hat jetzt einen zweiten Fluchtweg - der ist schon fertig", sagt Schülein.

Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich bis Ende 2016 hinziehen. "Aber wenn der Bau dann bezugsfertig sein wird, dann sind wir wirklich eine Schule der kurzen Wege." Zwei neue Mini-Glas-Verbindungen vom C-Bau und vom Hauptbau sorgen für ein schnelles Erreichen aller Bereiche im Fachklassentrakt.


Perfekte Verbindung


"Die Pausenhalle verbindet die einzelnen, sehr unterschiedlichen Gebäudekomplexe des Marktgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums. Und sie sorgt dafür, dass das MGF auch in Sachen Barrierefreiheit einen Quantensprung macht", sagt Andreas Schülein.

Horst Pfadenhauer freut sich schon auf "bessere Zeiten" am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium. Denn der fast vier Millionen teure Neubau beinhaltet auch eine große Bibliothek mit Internetbereich, Zimmer für die Q11 und Q12 zum Stillarbeiten sowie zum Kommunizieren und Ausruhen. Räume für die Ganztagsbetreuung, die SMV und die Tutoren werden ebenfalls gebaut. Alles wird behindertengerecht angelegt und dem modernsten Standard entsprechen, so der Schulleiter.